Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 1 (1925-1926)
- Issue
- Heft 6 (Februar 1926)
- Article
- Einführungen in das Erste Buch Mose
- Date
- 1926-02-01
- Page
- 675 (sequence 5)
- Language
- German
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Einführungen in das erste Buch Mose und Tragweite wird er sich erst bei dem dritten Bunde, am Sinai, zeigen. Aber keiner ist ohne den vorhergehenden denkbar. Darum kann Gott später einen Bund mit dem Volke Israel schließen, weil sie ihn schon von ihren Vätern her kennen und verstehen, weil sie die Nachkommen seiner Getreuesten sind. Er hat Israel erwählt, weil seine Väter Ihn erwählt hatten. Und der Gott der Väter wird auch die Kinder nicht verlassen. Welches Verderben auch Israel drohe, seine Fürbitter haben eine letzte, nie versagende Berufung: „denke an Abraham, Isaak und Jakob, denen du geschworen hast'4. Und „er gedenket ewig seines Bundes, des Wortes, das er für das tausendste Geschlecht hinterlassen." Auf Grund dieses Bundes wird es aus Ägypten erlöst, wird es nach seinem Fall wieder in Gnaden aufgenommen, erlangt es immer wieder Vergebung, wird es aus der Verbannung wieder heimgeführt, und „wird er einst den Kindeskindern den Erlöser bringen". Der Bund mit den Erzvätern bereitet den am Sinai vor, indem er von Seiten Gottes die Vorbedingungen verheißt: er will sie zu einem großen Volke machen und wird ihnen, damit sie als ein Gottesvolk leben können, das Land Kanaan geben. Beides sah der spätere Israelit erfüllt: „Mit 70 Seelen zogen deine Väter nach Ägypten hinab und jetzt hat er dich an Menge den Sternen des Himmels gleich gemacht". Und wenn er die Erstlingsfrüchte darbrachte und den Zehnten besorgt hatte, dann konnte und sollte er sprechen: „ich bezeuge hiermit vor Gott dem Ewigen, daß ich in einem Lande lebe, das der Ewige unseren Vätern zugeschworen hat. — O, schaue von deiner heiligen Stätte, dem Himmel, herab und segne dein Volk Israel und den Boden, den du uns gegeben, wie du unseren Vätern geschworen, ein Land, das von Milch und Honig fließt." Das erste Buch Mose soll, verglichen mit der Gegenwart, zeigen, daß der Gott Israels ein Gott der Treue ist, der den Bund hält und die Verheißungen erfüllt, dessen es also auch für die Zukunft gewiß sein darf. Es sollte lehren, die Gegenwart nicht als einen Zufall zu betrachten, sondern denkend und dankend als eine lange vorbedachte Fügung des treuen und gnadenreichen Gottes. Es lehrt Hoffnung-, Vertrauen, Demut und Dank. 4- Die Erzvätergeschichte soll also Israel in das rechte Verhältnis zunächst zu seinem Gotte, alsdann zu seinem Lande setzen. Kanaan war das seinen ersten Vätern verheißene und angelobte Land, buchstäblich sein „Vaterland". Worauf gründet sich das Recht eines Volkes auf sein Land? Nach der Thora auf die Verleihung durch Gott Er ist der Herr der Welt, die er geschaffen hat, und vergibt die Länder nach seinem Willen. Aber Gottes Wahl 675