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Der Morgen · 1926-02-01 · Heft 6 (Februar 1926) · p. 674

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Journal
Der Morgen
Volume
1 (1925-1926)
Issue
Heft 6 (Februar 1926)
Article
Einführungen in das Erste Buch Mose
Date
1926-02-01
Page
674 (sequence 4)
Language
German
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B. Jacob das Höchste und Beste immer ein volkstümliches Erbe und nicht bloß das Eigentum bevorzugter Geister, und wirkte so bestimmend und gestaltend, daß eine jüdische Rasse, deren Eigentümlichkeiten vor ihm und den Erzvätern lägen und hätten überwunden werden müssen, gar nicht festgestellt werden könnte. Wohl ist auch in das Judentum je und je Heidnisches genug eingedrungen und seine Propheten und Weisen kämpfen unablässig dagegen, aber weil es ein Eingedrungenes und Fremdes war, konnte es, wenn auch oft nur mit Anstrengung, immer wieder ausgeschieden werden. Seine Annahme stammte aus Neigungen des natürlichen Menschen, nicht des besonderen jüdischen. Das Judentum ist von Abraham ab Tradition, nie Revolution. Sein Gott ist immer der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs geblieben und durfte es bleiben. Hiernach bestimmten sich Entwurf und Aufbau. Es kam nicht darauf an, vollständige Lebensbeschreibungen zu geben, sondern zu zeigen, wie sich die Erzväter zu dem wahren Gott stellten und wie er sich als ihr Gott bewährte. Das hat er vor allen Dingen dadurch getan, daß er ihnen Nachkommen schenkte, bis mit den zwölf Söhnen Jakobs und den 70 Seelen seines Hauses die Ausbreitung zu einem Volke vor sich gehen konnte. Die Geschichte des Erzvaters ist einerseits sein Gott, andrerseits der eigene Sohn. Demnach mußte am ausführlichsten die Geschichte Abrahams werden. Er ist Anfang und Grundlegung; daß er eine Fortsetzung erhielt, war am wichtigsten. Dann wieder Jakobs-Israels, des Vaters der zwölf Stammhäupter, dessen Name das Volk selbst als „die Kinder Israels" führt. Isaak ist nur Übergang und Zwischenglied. Die Geschichte Josephs aber ist ein uns für die große Lücke bis Ägypten entschädigendes, mit besonderer Liebe ausgeführtes schriftstellerisches Werk für sich. Demnach entfallen auf Abraham drei Thoraabschnitte, auf Isaak einer, auf Jakob zwei, auf Joseph drei und zum Schluß auf Jakobs und des ganzen Geschlechtes Ende nochmals einer. 3. Das Verhältnis Gottes zu den Erzvätern wird als ein Bund bezeichnet, den er mit ihnen stiftet. Einem solchen Bund waren wir bereits bei Noah begegnet. Dort bedeutete er die unverbrüchliche Zusage Gottes, daß nie wieder alles Lebendige durch eine Flut vernichtet werden sollte. Hier besagt er, daß der Ewige ihr Gott und sie sein Volk, er der Ihrige und sie die Seinigen werden. Die beiden Bünde verhalten sich wie weiterer und engerer Kreis, wie Elohim und JHWH. Nichts ist für Israel und den Sinn seines ewigen Lebens von so fundamentaler Bedeutung wie dieser Bundesgedanke. In seiner ganzen Kraft 674

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