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Der Morgen · 1926-02-01 · Heft 6 (Februar 1926) · p. 662

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Journal
Der Morgen
Volume
1 (1925-1926)
Issue
Heft 6 (Februar 1926)
Article
Statistik der Juden in Hessen
Date
1926-02-01
Page
662 (sequence 5)
Language
German
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Otto Meiler nicht jüdischen Bevölkerung eine Gruppe mit gleicher wirtschaftlicher und sozialer Struktur zusammenfassen zu können, um zu beurteilen, ob hier der Geburtenrückgang ebenso groß ist. In den größeren Städten ist die Geburtenziffer dieses Zeitraums höher als auf dem Land; in Offenbach beträgt sie a5,5o/o, in Darmstadt 23,3o/o, in Worms 2i,4°/o, in Mainz 20,90/0. In Gießen sogar 35,30/0. Dies hangt jedoch hier mit den durch die Entbindungsanstalt und die Universitätskliniken geschaffenen besonderen Verhältnissen zusammen. Denn in Gießen steht die Geburtenziffer auch bei der evangelischen Bevölkerung mit 43,30/0 weit über dem Landesdurchschnitt In Starkenburg, ohne Darmstadt und Offenbach, kommen in der Zeit von 1910 bis Mitte 1925 i8,5, in Oberhessen ohne Gießen 18,1, in Rheinhessen ohne Mainz und Worms sogar nur i3,o Lebendgeborene auf 100 der mittleren jüdischen Bevölkerung. Die Unterschiede zwischen Stadt und Land hängen ohne Zweifel mit dem verschiedenen Altersaufbau der Bevölkerung zusammen. Auszählungen sollen nach dieser Richtung in Hessen noch vorgenommen werden. Wenn, wie zu vermuten, in der Stadt mehr jüngere jüdische Ehepaare leben als auf dem Land, wo die Gründung einer Existenz bei den gegenwärtigen wirtschaftlichen Verhältnissen auf größere Schwierigkeiten stößt, so ist auch in der Stadt eine größere Häufigkeit von Geburten zu erwarten. Die auffallend geringe Geburtenhäufigkeit in Rheinhessen-Land hängt ohne Zweifel mit einer stärkeren Abwanderung von Personen im heiratsfähigen Alter zusammen. Der Geburtenrückgang während des Krieges war bei den Juden ebenfalls viel größer wie bei der nichtjüdischen Bevölkerung, weil Kriegstrauungen bei Juden seltener vorkamen als bei Christen. Hier zeigt sich abermals, wie die jüdische Bevölkerung, als sozial gehobene Gruppe, empfindlicher auf Zeitereignisse reagiert wie das Gros der übrigen Bevölkerung. Die Unterschiede sind schon aus den absoluten Zahlen deutlich ablesbar. Es betrug in Hessen die Zahl der überhaupt bei den Juden*) Eheschließungen Lebendgeborenen überhaupt bei den Juden 1911—1914 1915—1918 1919_1922 1923—1924 37861 626 22689 169 66897 1140 23005 293 129119 1635 73182 747 116346 1262 54533 604 *) Reine Ehen und Mischehe« mit jüdischem Mann. 662

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