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Der Morgen · 1926-02-01 · Heft 6 (Februar 1926) · p. 661

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Journal
Der Morgen
Volume
1 (1925-1926)
Issue
Heft 6 (Februar 1926)
Article
Statistik der Juden in Hessen
Date
1926-02-01
Page
661 (sequence 4)
Language
German
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Statistik der Juden in Hessen In Gemeinden mit geringerer Judenzahl war sie im allgemeinen verhältnismäßig größer, wie in solchen, wo stärkere jüdische Gemeinden vorhanden waren. In den 28 Gemeinden, die 1910 noch 101—1000 Juden zählten, hatte sich die jüdische Bevölkerung von 4583 auf 3902, d. i. um i4j9°/o verringert — Bad-Nauheim ist wegen der besonderen Verhältnisse als Kur- und Badestadt unberücksichtigt gelassen —, in den 348 Gemeinden mit 100 und weniger Juden von 9715 auf 7932, d. L um i8,4°/o- Von den drei Provinzen wies Rheinhessen die stärkste Abnahme auf. Ohne die Städte Mainz und Worms betrug sie hier 23,o<yb, in Oberhessen ohne Gießen i4,6<>/o, in Starkenburg ohne Darmstadt und Offenbach i3,3°/o. Über 20 0/0 betrug sie in den rheinhessischen Kreisen Mainz-Land, Alzey, Worms- Land und Oppenheim und im oberhessischen Kreis Alsfeld. Weniger als 5 0/0 dagegen im starkenburgischen Kreis Offenbach-Land. Gemeinden mit größerer Abnahme waren außer Darmstadt und Offenbach: Bingen (Rheinh.) 601: 501 Griesheim (Stadt) 112:66 Friedberg (Oberh.) 491: 380 Nidda (Oberh.) 96:60 Alzey (Rheinh.) 320: 237 Sprendlingen (Rheinh.) 74:39 Grebenau (Oberh.) 128: 86 Schlitz (Oberh.) 64:35 Oppenheim (Rheinh.) 115: 83 Gimbsheim (Rheinh.) 57:28 Schotten (Oberh.) 107: 78 Storndorf (Oberh.) 59:28 Ober-Ingelheim (Rheinh.) 110: 74 Alsbach (Starkenbg.) 58:27 Angerod (Oberh.) 109: 70 Mommenheim (Rheinh.) 26: 8 Die starke Abnahme der jüdischen Bevölkerung in Hessen seit 1910 ist in der Hauptsache auf zwei Ursachen zurückzuführen: auf die geringe Kinder zahl in jüdischen Ehen und auf eine erhebliche Abwanderung. In dem 14V2jährigen Zeitraum zwischen den beiden Zählungen wurden in Hessen 442 3 lebende eheliche und uneheliche Kinder von Juden geboren. 4i68 davon entstammen rein jüdischen Ehen, 97 waren uneheliche Kinder jüdischer Mütter.1) Auf 100Personen der mittleren2) Bevölkerung dieses Zeitraums kamen demnach bei dgn Juden 19,9 Lebendgeborene, bei der Gesamtbevölkerung Hessens dagegen 29,6. Der Unterschied ist beträchtlich und er erklärt sich daraus, daß der Geburtenrückgang bei den Juden früher und krasser eingesetzt hat als bei der übrigen Bevölkerung. Es wäre wünschenswert, von der *■) Von 100 Lebendgeborenen waren unehelich 8,6 bei .der Gesamtbevölkerung, 2,2 bei den Juden. 2) Mittel aus der Bevölkerung vom 1. Dez. 1910 und aus der vom 16. Juni 1925. 661

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