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Der Morgen · 1925-12-01 · Heft 5 (Dezember 1925) · p. 551

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Journal
Der Morgen
Volume
1 (1925-1926)
Issue
Heft 5 (Dezember 1925)
Article
Urkirche und Judentum
Date
1925-12-01
Page
551 (sequence 3)
Language
German
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Urkirche und Judentum Kreisen, die gewisse Dinge längst als zu dogmatisch und für sie nicht mehr überzeugend abgewiesen haben. Ich möchte diese Ausführungen ganz übersichtlich gliedern, indem ich zuerst spreche vom Judentum als der Heimat der Barche, dann zweitens davon, daß die Kirche sich von Anfang an als Erfüllung der messianischen Hoffnungen des Judentums gefühlt hat und deshalb keine Trennung vom Judentum suchte, dann drittens davon, wie nun die Trennung dennoch gekommen ist, und viertens, was die Kirche trotz der Trennung als jüdisches Erbgut heilig hält in ihren heiligsten Lehren und Gebräuchen. L Strack und Billerbeck, zwei protestantische Theologen unserer Tage, haben in 16jähriger Arbeit aus Talmud und Midrasch einen Kommentar zum Neuen Testament geschrieben, worin es im Vorwort heißt: „Der Herr hat nach seiner leiblichen Herkunft dem jüdischen Volke angehört, und zwar als ein Nachkomme Davids (Rom. i, 3; Hebr. 7, i4; vgl. Mt i5, 22; 20, 33). Auch Markus und Matthäus, Johannes, Paulus und Petrus und die anderen Verfasser der neutestamentlichen Schriften (außer Lukas) sind Juden gewesen. Zum rechten Verständnis ihrer Äußerungen muß man also das Judentum jener Zeit nach Leben und Denken kennen. Man hat daher schon vielfach versucht, die ältjüdische Literatur zur Erläuterung des Neuen Testaments heranzuziehen. Manches, aber nicht Ausreichendes bieten Apokryphen und Pseudepigraphen. Aus den Talmuden und Midraschen haben namentlich John Lightfort (-j- 1699), J. G. Meuschen, Chr. Schöttgen (-J- 1751), Joh. Jak. Wettstein (-{-1754), in neuerer Zeit Franz Delitzsch (-j- 1890 [der Vater des vorhin genannten Friedrich Delitzsch]) und August Wünsche mit Eifer Stoff gesammelt Aber ihre Arbeiten sind nur wenigen zugänglich. Außerdem sind sie unvollständig und vieles in ihnen ermangelt der Kritik."*) — Erst Strack und Billerbeck haben unter Anstrebung restloser Vollständigkeit die große Aufgabe planmäßig in Angriff genommen und aus Talmud und Midrasch ausführlich alles das beizubringen sich bemüht, was zum richtigen Verstehen der Äußerungen des Neuen Testaments notwendig ist x) Kommentar zum Neuen Testament aus Talmud und Midrasch, von Hermann Strack und Paul Billerbeck, München 1922 ff., Bd. I, S. V. 55t

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