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Der Morgen · 1925-12-01 · Heft 5 (Dezember 1925) · p. 546

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Journal
Der Morgen
Volume
1 (1925-1926)
Issue
Heft 5 (Dezember 1925)
Article
Bemerkungen zu zwei Büchern
Date
1925-12-01
Page
546 (sequence 4)
Language
German
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Julius Goldstein und Marx. Ich glaube, ich darf hier aufhören. Die Leser kennen die Weise und kennen den Text Nach fünf Seiten, an deren Ende noch von der mangelnden „Gotik" des Juden die Rede ist, beschließt Sauer seine aufschlußreiche Charakteristik mit den folgenden, wohl zu beachtenden Worten: „Aber alles dieses ist nur der jüdische Typus; Ausnahmen gibt es nirgends so viele wie hier. Auch das ist bezeichnend für den Juden." (0, diese Juden!) . . . „Der Typus ist nur als orientalischer zu begreifen; nur insofern besteht eine Einheit Der orientalische Typus hat sich aber außerordentlich stark gewandelt und wandelt sich unaufhörlich zum Nichttypus, sodaß es vielleicht bald nur noch Ausnahmen gibt" O, diese Juden! Sie sind so destruktiv, daß sie sogar ihren eigenen Typus, den ein Rechtsgelehrter mit der nur dem nichtjüdischen Deutschen zukommenden konstruktiven Begabung gestaltet hat, durch fortwährende Ausnahmen zersetzen. Aber man darf vielleicht hoffen, daß der Zeitpunkt, in dem es nur noch Ausnahmen von dem Sauerschen Judentypus gibt, wenigstens erst dann eingetreten sein wird, wenn es dem Verfasser gelungen ist, in einer neuen Auflage seines Werkes den ganzen Abschnitt über den jüdischen Typus zu revidieren. Er möge bis dahin einmal die Frage erwägen, bei welcher Anzahl von Ausnahmen eigentlich ein Typus aufhört, Typus zu sein, und ob sich die Charakteristik eines Menschentypus nach den traditionellen und verbrauchten Urteilen einer im Apriorismus stecken gebliebenen Literatur oder nach den Tatsachen der geschichtlichen und unmittelbaren Wirklichkeit zu richten hat. Und wer von den Juden zu sagen wagt: „Selbstlose Hingabe an Ideale ist ihnen wesensfremd", der spricht ein Urteil aus, das nur aus der Ehrfurchtslosigkeit vor dem Geheimnis und der Tiefe der Menschenseele geboren sein kann. Ich würde mich hüten, ein solches Urteil über Hottentotten oder Grönländer auszusprechen. Ein solches Urteil aber auszusprechen über eine Gruppe, die zahllose Märtyrer ihres Glaubens hervorgebracht hat, und die auf Propheten, auf Jesus von Nazareth, auf Paulus und Spinoza hinweisen kann, das zeugt von einem Geiste des Dunkels und des Dünkels, der weder ethisch noch intellektuell zu rechtfertigen ist — Ein zweites Buch gibt mir Gelegenheit, das angeregte Thema noch ein wenig weiter zu verfolgen. Robert Michels, Professor an der Universität Basel, hat vor kurzem den zweiten Band seines Werkes: „Sozialismus und Fascismus" erscheinen lassen.1) Er behandelt den italienischen Sozialismus in seinen Be- *) Meyer & Jessen, München 1925. 546

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