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Der Morgen · 1925-10-01 · Heft 4 (Oktober 1925) · p. 474

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Journal
Der Morgen
Volume
1 (1925-1926)
Issue
Heft 4 (Oktober 1925)
Article
Einführungen in das Erste Buch Mose
Date
1925-10-01
Page
474 (sequence 12)
Language
German
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B. Jacob schrifteil von einem Redaktor zusammengearbeitet sei: für die ersten vier Bücher einigte man sich allmählich auf drei Quellenschriften, die man mit den Anfangsbuchstaben J (weil darin der Gottesname Ihvh herrscht), E (mit dem Gottesnamen Elohim) und P (d. i Priesterkodex) nennt Das ist die heute fast allgemein herrschende wissenschaftliche Ansicht, und zwar glaubt man nach gewissen Merkmalen und mit allerlei Überlegungen die ursprünglichen Quellen fast restlos wieder scheiden zu können. Als ein Glanzstück dieser Quellenscheidung gilt die Erzählung von der Sintflut Grundsätzlich ist die Ansicht, daß der Pentateuch verschiedene Schriften benützt habe, nicht abzulehnen. Aber die Art, wie man die Scheidung durchführen will, ist durchaus verfehlt, sowohl Folge als Ursache zahlloser Mißdeutungen und so für das wirkliche Verständnis unendlich mehr Hemmnis als Förderung. Insbesondere läßt sich, was allerdings nur in einem ausführlichen Kommentar geschehen kann, unwiderleglich nachweisen, daß unsere Erzählung eine vollkommene schriftstellerische Einheit ohne Widersprüche und Wiederholungen ist Namentlich gilt dies von dem von der Kritik nicht verstandenen Wechsel der Gottesnamen und den Zeitangaben, deren Studium dem Scharfsinn des Lesers empfohlen sein möge.1) Die Völkertafel Auf diese Erzählung von der Sintflut folgt nach einer Episode, auf die wir sogleich zurückkommen werden, ein Kapitel, das scheinbar nicht dürrer sein konnte, aber nicht bloß das älteste, sondern auch das erhabenste Denkmal der Völkerversöhnung genannt werden kann: die sogenannte Völkertafel (Kap. 10). Sie enthält nichts als lauter Namen, nämlich eine Aufzählung aller Völker, die von den drei Söhnen Noahs: Sem, Harn und Japhet abstammen. Auch hier ist es, wie zum Überfluß nochmals gesagt sein mag, müßig zu fragen, ob sie den Ergebnissen der völkerkundlichen Forschung entspricht, ob mit diesen drei Hauptästen und siebzig Völkerzweigen die gesamte Völkerwelt erschöpft sei, und darin nicht diese oder jene Gruppe wie die mongolische oder amerikanische oder australische Rasse zu vermissen seien. Die Zahl Siebzig ist eine Vollzahl, um die gesamte Völkerwelt zu bezeichnen. Diese gesamte 1) Wer sich über die Quellenkritik des Pentateuch ausreichend unterrichten will, sei auf meine Schrift: Die Thora Moses, Frankfurt a. M. bei J. Kaufmann 1912/13 verwiesen. Die beiden Hauptbeweisstellen habe ich in der Untersuchung: »Mose am Dornbusch« in der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums 1922 eingehend aufs Neue geprüft. 474

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