Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 1 (1925-1926)
- Issue
- Heft 3 (August 1925)
- Article
- Die Zerstörung des Volksgedankens durch den Rassenwahn
- Date
- 1925-08-01
- Page
- 284 (sequence 17)
- Language
- German
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Julius Schiffer Stellungen zu machen. Etwa mit Ripley's Charakterisierung der Nordrasse auf „Schweigsamkeit, Zurückhaltung und Schwerfälligkeit, knorriges aber handfestes Wesen". Auch intellektuelle und moralische Unterschiede, dem Grade wie der Art nach, mögen in Frage kommen. Aber ganz zweifellos gilt in dieser Beziehung der Satz v. L uschans: „Der Unterschied zwischen den verschiedenen Rassen ist, besonders was die moralischen Eigenschaften und die Intelligenz angeht, nicht entfernt so groß, als der zwischen Individuen ein und derselben Rasse." Dieses für seelische Größen aufgestellte Gesetz bestätigt sich in den ganz objektiv feststellbaren Maßen, etwa in den Hirngewichten. Das europäische Hirn wiegt im Durchschnitt t335 g, das chinesische (bei kleinerer Statur!) i332 g, das Negerhirn (ohne Schulbildung!) 12^4 g, das Australiern n85 g. Also an sich eine Abstufung, die der Erwartung entspricht Aber was will das sagen, wenn man hört, daß in Europa das Hirngewicht individuell zwischen 1000 und 2000 g schwankt! Wieviel Hirne müßten gewogen sein, um einen zuverlässigen Durchschnitt zu erzielen! Trotzdem braucht man sich in der Frage, ob seelische Rasseneigenschaften feststellbar sind, nicht auf den rein skeptischen Standpunkt zu stellen, den Goldstein in seiner „Rasse und Politik" vertritt, wenn auch seine Mahnung zur Vorsicht, zur Auswägung der variablen klimatischen, geschichtlichen und sonstigen Umweltfaktoren durchaus berechtigt ist und den Rassefanatikern immer wieder vorgehalten werden muß. Die Beschreibung, die Fischer in der Anthropologie (Kultur der Gegenwart 1923) gibt, mag als Versuch einer seelischen Umgrenzung der Nordrasse diskutabel sein. Nach ihm sind für die nordische Rasse charakteristisch: Große Tatkraft, Phantasie und Intelligenz, Voraussicht, Organisationstalent und künstlerische Begabung (musikalische am wenigsten), andererseits starker Individualismus, Eigenbrötelei, mangelhafter Gemeinsinn und Unterordnungswille, Neigung zum Grübeln, zum Sagen und Dichten, geringe Suggestionskraft und geringe Suggestibilität „Daß die mit jenen Gaben am reichsten Ausgestatteten Führer, Erfinder, Künstler, Denker, Organisatoren werden können, wenn äußere Gunst es erlaubt, ist klar. Es dürfte tendenziös sein, zu sagen, die Rasse sei allein die Kulturschafferin der Menschheit, aber es ist gewiß, daß sie zu den aller begabtesten gehört" Auch über Fischers Charakterisierung der alpinen Rasse ließe sich noch reden, wenngleich mir die positiven Aufstellungen zweifelhaft und die negativen unbeweisbar erscheinen. Fischer meint: „die geistigen Gaben der alpinen 284