Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 1 (1925-1926)
- Issue
- Heft 3 (August 1925)
- Article
- Die Zerstörung des Volksgedankens durch den Rassenwahn
- Date
- 1925-08-01
- Page
- 282 (sequence 15)
- Language
- German
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Julius Schäffer lagung, Führerbegabung, Leidenschaft des schöpferischen Willens, Geschichte schaffende Kühnheit und Schöpferkraft „Eine bei einzelnen nordischen Menschen oft sehr gefährliche Fülle der seelischen und geistigen Anlagen fällt immer wieder auf. Mir scheint die Nordrasse zunächst begabt zu sein zu Taten der Unternehmung, des Krieges, der Staatskunst und Staatenbildung, dann zum philosophischen und wissenschaftlichen Denken und zum künstlerischen Wirken. Die besondere dichterische Begabung fällt auf. Auf besondere Begabung für Tonkunst weist das keltische und germanische Altertum hin." Der nordische Mensch hat nur geniale Schwächen: Leichtsinn, Sorglosigkeit gegen sich selbst, Übermut und Tollkühnheit, ritterliche Lässigkeit, Spiel- und Wettsucht Die Trunksucht wird vergessen. Aber der Selbstmord ist nordisch 1 Verhängnisvoll für die Rasse selbst ist ihre „Vordenklichkeit", auf ihr beruht ihre geringe Kinderzahl; mir scheint auch ihr kriegerischer Sinn, der, grade nach Günther, von jeher zum Selbstmord der Rasse geführt hat Über ihre „Einbildungskraft", die doch Grundlage aller schöpferischen Fähigkeit ist, ist Günther mit sich selbst nicht im Reinen. Anfangs sprach er, dem amerikanischen Anthropologen Ripley folgend, von einer „geringeren Stärke, einem gewissen Mangel der Einbildungskraft". Neuerdings will er nur noch eine „geringere Erregbarkeit" der Einbildungskraft gelten lassen. Auf keinen Fall meint er, darf das Manko an Einbildungskraft und Einfühlungsgabe gleichgesetzt werden mit geringerer künstlerischer Begabung. Im Gegenteil: „die ruhige inbildliche Tätigkeit des nordischen Geistes bedingt die höchsten Ausprägungen seines Geisteslebens. Das Gemüt ist tiefer, nur minder erregbar und stärker verschlossen". Auf all diesen großen Vorzügen beruht es, daß keine Rasse so reich ist an schöpferischen Menschen wie die Nordrasse. Man sieht, was Günther alles weiß; selbst die SeelenfarbeI Woher weiß er es bloß? Nach seinem eigenen Bekenntnis „ist es nicht leicht, die Wesenszüge der ostischen Rasse zu erfassen, da sie nirgends oder wenigstens nur in abgelegenen Gebieten geringeren Umfangs so deutlich vorwiegend vorkommt" Und trotzdem diese tiefe Seelenschau bis auf die Astralfarben I Würde er nicht neuerdings die „Seelenfarben" als „Lieblingsfarben" deuten, man wäre in der Tat versucht, an hellseherische Fähigkeiten bei ihm zu denken, Aber sein Buch erhebt Anspruch auf wissenschaftliche Geltung und wenn wir ihn im folgenden zur Verantwortung ziehen für das, was er dem deutschen Volk antut, so wird er sich auf die wissenschaftliche Pflicht berufen, rück- 282