Mannheim
Compact Memory

Der Morgen · 1925-08-01 · Heft 3 (August 1925) · p. 281

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
1 (1925-1926)
Issue
Heft 3 (August 1925)
Article
Die Zerstörung des Volksgedankens durch den Rassenwahn
Date
1925-08-01
Page
281 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2895450-2895451-2895455-2896064--00336-2896130
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die Zerstörung des Volksgedankens durch den Rassenwahn gearteten eng und dauernd zusammen. Ein Familienstreit ostischer Menschen •wird nie so unheilbar wie der grimme Streit nordischer Menschen; er verläuft in Beschimpfungen, der gemeinsame Familienzweck endet ihn aber ziemlich bald. Ehen, in denen Mann und Frau ostisch sind, gedeihen durch den Zusammenhalt gleicher Gewöhnlichkeit, erleiden selten Störungen und meist nur in Form gegenseitiger Beschimpfungen. Ehen, in denen nur die Frau ostisch ist, sind für den andersrassigen Mann oft eine Qual, der Mann wird immer schweigender und entsagender oder gleichgültig. Ehen, in denen nur der Mann ostisch ist, machen die andersrassige Frau selbst gewöhnlicher oder machen sie zur Dulderin. .Hingegen kommt es in rein nordischen Ehen oft zu einem gewissen auf das Selbstlose, auf geistige Güter gerichteten Streben." — Hier hat Dinter Stoff für ein Dutzend Romane I Im Gegensatz zum Familiensinn fehlt der Ostrasse angeblich Blick und Sinn für größere Zusammenhänge, für Staat, Volk und Vaterland I Sie hängt an der Scholle, am Althergebrachten, aber zum echt konservativen Sinn fehlt ihr der Herrschergeist der nordischen Rasse, sie fühlt sich am wohlsten innerhalb der — ausgeleierten! — liberalen und sozialistischen Gedankenwelt! — Ihre Neigung zur demokratischen Gleichheitslehre ist darin begründet, daß sie selbst in keiner Weise über di^ mittlere Höhe hervorragt und gegen Größe, die sie nicht fassen kann, Abneigung, wo nicht Haß empfindet „Da ihr die Schöpferkraft fehlt, glaubt sie durch Massenbildung zu gedeihen." Bei allen als ostisch erkannten Bewegungen wird man nach andersblütigen Führern suchen müssen: Die französische Revolution hatte nordische, die russische jüdische Führer. — Im übrigen ist die ostische Seele charakterisiert durch Gehässigkeit, Neid, durch den „Patriotismus der schiefen Schulter", durch Mürrischkeit, Mißtrauen, Verschlagenheit, Hinterhältigkeit, Muffigkeit! „Die Rasse hat auch geistig ein Brett vor der Stirn, während für die nordische Rasse aufschlußreich ist die Bezeichnung: ein heller Kopf." — Am Ende auch „heller Unsinn"! „Als die seelischen Farben der Ostrasse wird man veiel und braun nennen können." — Nach dieser seelischen Beschreibung der alpinen Rasse kann man sich den Lobgesang auf die nordische selbst denken. Der nordische Mensch ist der eigentlich Freie, der Mensch weitangelegter kühner Entwürfe und tatkräftiger Unternehmungen, der eigentliche Organisator. Kernmerkmale seines Wesens sind Urteilsfähigkeit, Ruhe und Klarheit, Wahrhaftigkeit und Mut Verantwortungsgefühl, Tüchtigkeit, Gemeinsinn und staatsmännische Veran- 281 18

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.