Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 1 (1925-1926)
- Issue
- Heft 3 (August 1925)
- Article
- Die Zerstörung des Volksgedankens durch den Rassenwahn
- Date
- 1925-08-01
- Page
- 280 (sequence 13)
- Language
- German
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Julius Schaff er Zwiespälte der Weltanschauung [die doch eigentlich nur für Bastardblut typisch sein sollen], durch Zeiten der Niedergeschlagenheit Nie ist er leichtsinnig und wagehalsig, wie der nordische Mensch. — Rein wissenschaftliche Bestrebungen, denen sich die Langköpfe, von Wißbegier getrieben, mit dem .ganzen Ungestüm ihres Wesens hingeben, liegen den Rundköpfen ferner; der praktische Nutzen neuer Erfindungen entgeht ihnen aber nicht, und sie bringen oft die allzu uneigennützigen Langköpfe in wirtschaftliche Abhängigkeit . . . der praktische Sinn des ostischen Menschen bleibt aber immer ein Erwerben im Kleineren; weiter ausgreifenden Unternehmungsgeist zeigt die ostische Rasse nicht" (Stinnes?) „Der ostische Mensch pflegt mit Seinesgleichen gern eine zufriedene Geselligkeit, so daß dem von außen (lies: von Nordnach Süddeutschland)1) kommenden ostische Menschen oft als „gemütlich" erscheinen. In der Betrunkenheit [der er aber nach französischem Zeugnis abhold ist, was man freilich vom Süddeutschen nicht gerade sagen kann]' zeigt sich der ostische Mensch leicht als die Freundlichkeit selbst, bis zur aufdringlichen Anschmiegsamkeit, während der nordische Mensch roh und wild und unbezähmbar werden kann. — Er wird leicht zum »Stündler«, der mit Seinesgleichen ein gewisses enges, ja dumpfes und oft selbstgerechtes Glaubensleben führt ... er ist im allgemeinen friedlich und vermeidet den Zwist, weil Zwist dem Geldverdienen schadet Er ist ohne kriegerische Neigung und Ehrgeiz, deshalb hat er auch wenig für Leibesübungen übrig. Er ist versöhnlicher als der nordische Mensch, den er als einen unbehaglichen Menschen betrachtet, für einen »Verbohrten« oder einen »Idealisten« hält — Das Triebleben des ostischen Menschen ist zugleich dumpfer und zäher. Er scheint geschlechtlich triebhafter zu sein. Vor allem aber sind ihm alle »romantischen« Liebesempfindungen fremd; er begehrt gleichsam sachlicher, darum viel hemmungsloser; nie wird er zum Träumer wie der nordische Mensch. Im Geschlechtlichen wirkt das Wort Liebe beim nordischen Menschen oft sehnsüchtig tief und wie der Ausdruck einer Weltanschauung, beim ostischen Menschen wirkt es meistens, wenn nicht immer (!), gemein. Geld und Liebe sind Begriffsgebiete, die bei der ostischen Rasse sich berühren. — Mit seiner Familie bildet der ostische Mensch eine geschlossene selbstische Gruppe. Da ihm das Einzeltum des nordischen Menschen fremd ist, hängt er mit seiner Familie und mit Gleichx) Oder soll man bei der ganzen Schilderung an das immer noch vorwiegend nordische Sachsenland denken? 280