Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 1 (1925-1926)
- Issue
- Heft 3 (August 1925)
- Article
- Die Zerstörung des Volksgedankens durch den Rassenwahn
- Date
- 1925-08-01
- Page
- 279 (sequence 12)
- Language
- German
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Die Zerstörung des Volksgedankens durch den Rassenwahn Trick, erniedrigt sich, um einen Pfennig zu verdienen ... er hat kein wahrhaftes Interesse außerhalb seiner selbst und seines Geldes. Er kauft sich wohl Bildung, aber zu keinem innerlichen Nutzen. Er entpuppt sich immer als Parvenü, er ist Geschäftsmann in allem, auch in der Liebe. Es gibt für ihn keine Werte über die Sachwerte hinaus. Erst durch viel nordisches Blut verliert er seine tief innere Gemeinheit, erst dann, wenn seine Haut die rosige Weiße des Norden hat [Aber selbst ein Balzac ist nichts weniger als ideal im nordischen Sinn, und Beethoven trotz seinem ernsten Bestreben und seiner Selbstlosigkeit wenig sympathisch.]" Diesen letzten eingeklammerten Satz hat Günther weggelassen, und neuerdings scheint er das ganze klotzige Zitat ersetzt zu haben durch ein Zeugnis aus Norwegen, worin dem alpinen Menschen Mangel an Humor, an Offenheit, am Worthalten, Unzuverlässigkeit, Mißgunst und Nörgelei nachgesagt werden. Günther selbst faßt sein Urteil dahin zusammen: „als Wesenskern der ostischen Veranlagung ergeben sich zwei Eigenschaften, mittelmäßig und unedel Das Edle, d. h. Großzügige, Hochtrachtende, Verschwenderische, das Herrentum, Leichtsinn, Großmut, Ehrfurcht und Sinn für Ehre: das sind die eigentlich unostischen (lies: ausschließlich nordischen) Eigenschaften. Der ostische Mensch ist unedel — das soll nicht heißen niederträchtig, das soll zunächst (!) nur heißen: er hat keinen Sinn für irgend ein mehr als mittelmäßiges Tun, für irgend welchen seelischen oder geistigen Aufschwung, der zur Selbstlosigkeit hinreißen würde. Er hat keine eigentliche Ehre ausgebildet, er ist ehrlos: damit soll nicht gesagt sein, daß er unehrlich sei; er ist würdelos; damit soll nur gesagt sein, daß er in keiner Hinsicht ungewöhnlich oder unmittelmäßig ist Er ist der eigentliche, an sich, seine Familie, seinen Gelderwerb und seine Ruhe denkende Spießbürger, nicht so sehr dem bürgerlichen Stande nach, dem Wesen nach, ob nun Arbeiter, Kaufmann, Hochschullehrer oder Minister [hier muß Günther doch an bestimmte Persönlichkeiten denken!]; die Geistesart ist einer edleren Bestrebung unfähig. Selbst als Künstler ist der ostische Mensch kleinlich [wen meint er?], gibt bedachtsam Geld aus, überlegt seinen Erwerb, ist mürrisch. Die ostische Sparsamkeit, Kleinlichkeit, Selbstischkeit und Arbeitsamkeit, der geschäftige Familienzusammenhalt der Ostrasse, ihr Sinn für Fortkommen in jeder Lage, ihre Vorsicht, Beharrlichkeit, ihr fürs Gewöhnliche so geeigneter Verstand, ihr Mangel an Ehrsinn — all diese Züge bedingen es, daß der ostische Mensch im bürgerlichen Leben viel besser gedeiht, als die Menschen anderer Rassen ... nie ist er gehindert durch 279