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Der Morgen · 1925-08-01 · Heft 3 (August 1925) · p. 278

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Journal
Der Morgen
Volume
1 (1925-1926)
Issue
Heft 3 (August 1925)
Article
Die Zerstörung des Volksgedankens durch den Rassenwahn
Date
1925-08-01
Page
278 (sequence 11)
Language
German
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Julias Schiffer sammenhang zwischen Farbstoffbereitung and Gehirnbildung. Es scheint, daß eine starke Farbstoffbereitung der Ausbildung des Gehirns abträglich sei oder umgekehrt Durch diese Beobachtung (l) wollte man eine Erklärung der besonderen geistigen Fähigkeiten der nordischen Rasse anbahnen. Die Forschung wird aber die Verhältnisse noch eingehender betrachten müssen." — Sehr eigenartig wirkt gegen die Sicherheit, mit der das Jammerbild der alpinen Rasse aus allen in Deutschland verstreuten häßlichen Zügen zusammenkonstruiert wird, die Vorsicht, mit der eine so handgreifliche Unschönheit der nordischen Rasse, wie rote Haare und Sommersprossen, behandelt wird. „Ob diese Erscheinung etwa auf nordisches Blut oder auf Mischungen mit nordischem Blut hinweist, hierüber liegen keine Beobachtungen vor. Es ist eine Streitfrage, ob man das rote Haar als nordische Erscheinung auffassen solL" Dagegen weiß Günther sicher, daß Reinlichkeit nordisches, Unsauberkeit ostisches Erbteil ist Die Lotterwirtschaft und Unsauberkeit z. B. auch auf franzosischen Bahnhöfen kommt nach ihm auf Konto der alpinen Rasse. — „Der Hautgeruch der Ostrasse scheint eigenartig brandig und trocken, man könnte sagen: unfrisch zu sein." Also auch die Parallele zum „foetor judaicus" fehlt nicht 1 Alle diese schönen und häßlichen Züge sind zweifellos in Deutschland vorhanden. Neu ist ihre Rückführung auf Rassen. Aber wer wagt es, so bestimmte Angaben in Zweifel zu ziehen, wo man sie doch selbst hundertfältig! bestätigen kann. Günther selbst ist ja so verliebt in die nordische Rasse, daß er gar nicht merkt, wie er hier Idealbild gegen Zerrbild gestellt hat Damit hat er dann den Leser soweit, daß er auch den Urteilsspruch über die seelischen1 Rassengegensätze gläubig hinnimmt Der jüdische Leser1) aber wird aufhorchen 1 Da hört er Dinge, die ihm nicht neu sind. Nur beziehen sie sich jetzt nicht auf ihn, sondern auf den unsauberen Alpinen. Günther beginnt mit Zitaten anderer „Forscher", die er vollauf bestätigt findet Ein Zeugnis aus Frankreich: „der Rundkopf betet die Gleichmäßigkeit an. Von Religion ist er Katholik; in der Politik hat er nur eine Hoffnung, die Staatshilfe, und nur ein Bestreben, alles Hervorragende gleichzumachen, ohne daß er das Bedürfnis empfände, sich selbst emporzubringen". Das Zeugnis Hausers: „Der Alpine ist vor allem Geschäftsmann, er ist als solcher fleißig, aber skrupellos (unfair unblond) verschmäht keinen *) Anm. d. Herausgebers: Der Verfasser ist Nichtjude und bezeichnet sich selbst als nordisch-alpinen Mischling. 278

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