Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 1 (1925-1926)
- Issue
- Heft 3 (August 1925)
- Article
- Die Zerstörung des Volksgedankens durch den Rassenwahn
- Date
- 1925-08-01
- Page
- 271 (sequence 4)
- Language
- German
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Die Zerstörung des Volksgedankens durch den Rassenwahn in Oberitalien, im bayrischen und alemannischen Gebiet noch deutlich sind und darüber hinaus allmählich sich verlieren. Nach Osten zu, auch über Griechenland, hängt sie zweifellos, auch genetisch, mit der durch v. Luschaa genau studierten, „vorderasiatischen", „hettitischen" oder „armenoiden" Rasse zusammen, von der sie sich nur durch ihre, der nordischen gleichkommende Körperlänge unterscheidet Sie hat mit der nordischen Rasse außerdem starken Barlwuchs und schmales langes Gesicht gemein, hat aber schwarze Haare, braune Augen, bräunende Haut, und ist ebenso wie ihre vorderasiatische Schwester- oder Mutterrasse besonders charakterisiert durch die derb hervorspringende fleischige „Judennase". — Einige Forscher wollen noch eine fünfte europäische Rasse abgrenzen, die ostbaltische, die hauptsächlich im westlichen und mittleren Rußland verbreitet, über Baltikum und Finnland nach Nordostdeutschland und Schweden ausstrahlt Ihre Merkmale stellen eine freilich eigenartige, Kombination nordisch-heller Farben mit alpin-mongoloideni Formen und Proportionen dar, so daß sie auf deutschem Boden von nordischalpinen Kreuzungen schwer zu unterscheiden ist und auch durch solche Kreuzungen infolge gewisser Ausleseprozesse entstanden gedacht werden kann. Alle diese Rassen, am schwächsten die mittelländische, sind in Deutschland vorhanden und längst innig miteinander vermischt und gekreuzt Nur die nordische Rasse kommt noch auf größerem zusammenhängendem Gebiet, in Schleswig und Niedersachsen verhältnismäßig rein vor und mag immerhin wenigstens in Norddeutschland den vorherrschenden Blutbestandteil bilden. Für unvermischt nordisch schätzt Günther noch 6—80/0 Deutsche, was eher zu hoch gegriffen ist Die alpine Rasse findet sich rein nur noch in wenigen Gebirgsdörfern Süddeutschlands, macht aber einen bedeutenden, in Süddeutschland meist vorwiegenden Bestandteil des deutschen Blutes aus. Statistische Feststellungen gibt es über ganz Deutschland bisher nur für Augen-, Haut- und Haarfarben, sie ergaben 3io/o mit rein hellen und i4°/o mit rein dunklen Farben. Da in Norddeutschland die reinhellen Farben vielfach von der ostbaltischen Rasse herstammen, dürfen auch diese 310/0 nicht einfach der nordischen Rasse gutgeschrieben werden. Eine Statistik der Schädelmaße würde, nach Stichproben zu schließen, sicher nicht mehr als 10 0/0 Langköpfe in Deutschland ergeben. Im übrigen sind prozentuale Schätzungen müßig; eine amerikanische Schätzung auf 10 0/0 nordisches und 900/0 alpines Blut ist aber sicher viel abwegiger als die Günthers, der mit 5 5 0/0 das Übergewicht seiner Lieblingsrasse retten möchte und mit i5 oder 20 0/0 den alpinen Anteil 27t