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Der Morgen · 1925-08-01 · Heft 3 (August 1925) · p. 270

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
1 (1925-1926)
Issue
Heft 3 (August 1925)
Article
Die Zerstörung des Volksgedankens durch den Rassenwahn
Date
1925-08-01
Page
270 (sequence 3)
Language
German
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Julius Schäffer ländische rings ums Mittelmeer herum, ziemlich rein in Spanien und Süditalien, am ganzen Nordrand Afrikas stark mit Negerblut vermischt („Hamiten"), das aber auch in Südeuropa noch spürbar ist Hierher gehören auch die arabischen Beduinen, die Hauptträger der semitischen Sprachen; sie stellen eine kaum unterscheidbare Variante der Mittelmeerrasse dar, werden aber trotzdem von manchen Forschern noch mit dem besonderen Namen „orientalische Rasse" belegt Nach Norden zu verliert sich die Mittelmeerrasse in Oberitalien, im Süden Frankreichs, im Westen Englands und Irlands, auf dem Balkan. Diese zwei europäischen Grundrassen sind beide langschädelig (d. h. mit seitlich zusammengedrücktem Schädel und ausladendem Hinterhaupt) und langgesichtig mit scharf gemeißeltem Profil und gerader, bei der Nordrasse etwas länger, schmäler und höckrig vorspringender Nase, sind aber extrem verschieden in Größe und Farben: Die Nordrasse ist groß, hellhäutig, blond und blauäugig, die mittelländische ist tief brünett, schwarzhaarig und sehr klein, dabei zierlich und beweglich. Zwischen diese beiden, möglicherweise von ein- und derselben diluvialen Urrasse Europas abstammenden langköpfigen Bassen, schiebt sich nun von Osten her ein nach Westen (in Frankreich) ausspitzender Keil von zwei bis drei kurzköpfigen, d. h. breitschädeligen Rassen ein, die nach Osten zu allmählich mit echt mongolischen Typen verfließen und wohl genetisch mit der kurzköpfigen mongolischen Hauptrasse in Verbindung gebracht werden müssen. Der Name „alpine Rasse", der ursprünglich alle diese breitschädeligen Typen zusammenfaßte, gilt heute nur noch für einen schon seit dem Ende der Eiszeit in Europa nachweisbaren Menschentyp, der vom Fuß der Alpen und vom Mittelgebirge aus in Oberitalien, Zentralfrankreich, Belgien und Süddeutschland stark vertreten, außer in wenigen Gebirgsdörfern fast nirgends mehr rein und unvermischt vorkommt, weshalb seine Diagnose Schwierigkeiten macht Er ist durchschnittlich wohl 10 cm kleiner ab der nordische Typ, hat kürzeren Hals, breitere Hüften, (längeren untersetzten Rumpf wie die Mongolen?), etwas dunklere, im Sommer bräunende Haut, braune Iris, schlichte braune (straffe schwarze?) Haare bei mäßiger Bart- (aber stärkerer Körper-?) Behaarung, rundliches, breiteres, flaches Gesicht mit ebensolcher Nase, volleren Lippen, breiter starkgewölbter Stirn. Von dieser eigentlich r u n d schädeligen Rasse hat man seit einigen Jahren eine kurzschädelige mit senkrecht abgeflachtem Hinterkopf, die dinarische Rasse, abgetrennt, die am reinsten in Bosnien und Kroatien vertreten, nach Westen hauptsächlich in die Oslalpen hinein sich mischt, deren Spuren aber 270

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