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Der Morgen · 1925-04-01 · Heft 1 (April 1925) · p. 119

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Journal
Der Morgen
Volume
1 (1925-1926)
Issue
Heft 1 (April 1925)
Article
Jüdische Höhlenbewohner in Tripoli
Date
1925-04-01
Page
119 (sequence 10)
Language
German
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Jüdische Höhlenbewohner gaben nicht kontrollieren können, halte sie aber in Anbetracht der Personen, die sie mir machten, für durchaus zutreffend- Ich glaube auch, daß hier noch eine dankbare Aufgabe für den Anthropologen vorliegt. Wenn das altjüdische, männliche Schönheitsideal auch wohl brünett war (vgl. z. B.: David war „bräunlich", L Sam. 16.12; auch IL Sam. i4- 2 5., Absalom), so wissen wir doch von blonden Ariern, die in der ersten Hälfte des zweiten Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung in Palästina, in kleinen eingesprengten Enclaven gelebt haben, und die dann später von der jüdischen Bevölkerung aufgesogen] wurden, also sich mit ihr vermischt haben. Von ihnen stammen auch die Choriter ab, deren bekanntester wohl Manoah, der Vater Simons war. — Ich kann hier nicht näher darauf eingehen, verweise aber auf die diesbezüglichen Arbeiten von H. Winkler, Ed. Meyer, W. M. Müller, Kittel, A. Jeremias u. a. m. So mag sich die blonde Haar- und Hautfarbe mancher Juden erklären; nach einem gewissen Darwinschen Gesetz, daß bei vielfacher Kreuzung von Abarten die ursprüngliche Rasse wieder hervortritt, würde also vielleicht dies Choriterblut bei den Juden des Garian wieder hervorgetreten sein. Ich habe diese meine Mutmaßung, denn ich bin nicht Anthropologe, einst F. von Luschan, der sich ja eingehend mit den jüdischen Abstämmlings- und Rassenfragen beschäftigt hat, mitgeteilt Er meinte, daß er darüber nicht definitiv urteilen könne, ehe er die Leute nicht genau untersucht hätte, daß meine Idee aber sehr viel für sich habe und durchaus wahrscheinlich wäre. Jedenfalls kann ich versichern, daß ich dort relativ viele, außerordentlich große und blonde Männer angetroffen habe, ganz anders als die meist brünetten, kleineren Juden in N.-Afrika. Ihr Auftreten und Benehmen war ruhig und würdevoll. Über die Frauen kann ich weniger urteilen, denn unglücklicherweise wurde ich, sehr gegen meinen eigenen Willen, auch dorthin von etwa Vs Dutzend Gendarmen begleitet, während die andern in Kassr-Garian zurückgeblieben waren. Eine solche Eskorte aber hat stets den großen Nachteil, eine nicht an Fremde, besonders an Europäer gewöhnte Bevölkerung einzuschüchtern, zum mindesten mißtrauisch zu machen. Kommt man allein und sagt offen und ehrlich, was man dort will, so ist es viel leichter, das Vertrauen der Leute zu gewinnen und in ein gutes Verhältnis mit ihnen zu kommen. So hatte diese übertriebene und völlig überflüssige Schutzmaßregel für meine werte Person nur den Erfolg, die Frauen verschwinden zu machen. Obgleich mir der „Tschausch" (ungefähr Unteroffizier), der die mich schützenden Soldaten anführte, und der ein roher Patron war, anbot, ich solle doch gerade die Räume besichtigen, in welche sich die Frauen zurückgezogen 119

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