Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 1 (1925-1926)
- Issue
- Heft 1 (April 1925)
- Article
- Einführungen in das Erste Buch Mose
- Date
- 1925-04-01
- Page
- 48 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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B. Jakob bereitung auf ihn. So ist das Kapitel durchdrungen von Wert und Würde des Menschen- Mit dem Einen Worte: „Und machet sie euch Untertan"! ist dem Menschen Vollmacht gegeben, sich alle Kräfte der Natur dienstbar zu machen, es ist die Losung für eine unbegrenzte Arbeit der Kultur und Zivilisation, und die göttliche Billigung jedes Fortschrittes. Ja, der Mensch ist auch äußerlich, — im Aufbau des Kapitels — so entschieden der Zielpunkt, daß, wenn wir ihn, wie man das rückschauend mit einem Ziel macht, einmal zum Ausgangspunkt nehmen und von da rückwärts gehen, die ganze Reihenfolge der Schöpfungen klar wird. Da steht der Mensch auf der Erde. Wo bin ich hergekommen? Das ist seine erste Frage. Und die Antwort lautet: Ich bin ein Geschöpf, und sein Inneres bezeugt: das Geschöpf eines höheren Wesens. Er blickt um sich und sieht, daß andere Wesen, die nicht denselben Adel zeigen, und denen er sich überlegen weiß, die Erde mit ihm teilen. Woher diese? Auch sie können nur Geschöpfe sein. Und weiter geht sein Blick auf das Meer und zur Höhe. Auch Fische und Vögel hat derselbe Gott geschaffen. Desgleichen die Gestirne, die zwischen Himmel und Erde vermitteln, ja diese selbst, die begrünte Erde, Wasser und Land, und die Himmelsfeste, also alle Orte für die Wesen hat er vorher geschaffen, und sie bezeugen, wenn ich sie betrachte, die Allmacht Gottes und verkünden seine Ehre. Und da alle Dinge irgendwo und irgendwann sind, hat er an allem Anfang mit dein Licht das erste Zeitmaß geschaffen. Das ist der ebenso einfache wie große Plan der ganzen „Schöpfungsgeschichte". Alle Wesen sind nach Arten geschieden. Nur von Einem Wesen gibt es keine „Arten", vom Menschen. Nur Einen Menschen hat Gott geschaffen, im Ebenbild Gottes hat er ihn geschaffen, männlich und weiblich hat er ihn geschaffen und nannte ihrer beider Namen — als ihr Schöpfer» Vater und Herr — Mensch. Klarer kann nicht ausgesprochen werden: einerseits die Unterschiedenheit des Menschen vom Tier und andrerseits die Einheit des ganzen Menschengeschlechtes. Und auch darin wird das moralische Bewußtsein des Menschen und das Gefühl der eigenen Würde der Bibel stets recht geben, wie denn auch in der Wissenschaft die gegenteiligen Annahmen allmählich verstummt sind. Hier ist auch der Punkt, wo sich die Schöpfungsgeschichte am deutlichsten sowohl als Weissagung wie als Gesetz erweist WTas die messianische Prophetie als letztes Ziel der geschichtlichen Entwicklung schaut, ist die Einigung der Menschheit, und das mosaische Gesetz ist eine Veranstaltung, den Menschen vom Tier zu scheiden, 4$