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Der Morgen · 1925-04-01 · Heft 1 (April 1925) · p. 39

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Journal
Der Morgen
Volume
1 (1925-1926)
Issue
Heft 1 (April 1925)
Article
Einführungen in das Erste Buch Mose
Date
1925-04-01
Page
39 (sequence 5)
Language
German
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Einführungen in das Erste Buch Mose. I. Die Schöpfung aus widerlegender wissenschaftlicher Forschung, sondern aus ihrem untrüglichen religiös-sittlichen Gefühl für das, was bleibende Wahrheit ist und das wahre Seil des Menschen fördert, das wir eben deswegen gottliche Offenbarung nennen, weil es nur aus dem Urquell der Wahrheit und Sittlichkeit kommen, d. i. von Gott eingegeben sein kann, geht sie ihren eigenen Weg und spricht sie ihre eigene Sprache. Hingegen eine geoffenbarte Wissenschaft wäre ein Widerspruch in sich selbst Forschung und Wissenschaft bestehen in dem Bemühen, ihre Wahrheiten selbst zu finden und in dem Gebrauch der den Menschen hierzu verliehenen Geisteskräfte. Demnach haben Religion und Wissenschaft jede ihr Gebiet für sich und müssen ihre Grenzen respektieren, wenn Friede sein soll. Die Religion muß es daher durchaus unterlassen, die Wissenschaft gängeln oder unvereinbare Aussagen beider gewaltsam ausgleichen zu wollen, wie. man dies z. B. versucht hat, indem man die „Tage" in der Schöpfungsgeschichte als die vielleicht viele Millionen Jahre langen geologischen Perioden umdeuten wollte. Aber auch die Wissenschaft muß sich bescheiden, daß es noch eine andere Welt gibt als die ihr zugängliche und Fragen, auf die sie ihrer Natur nach Antwort zu geben außerstande bleiben muß. Sie darf sich nicht anmaßen, durch ihr Weltbild oder eine wissenschaftliche zwar wertende aber nicht an Herz und Gewissen greifende Weltanschauung die Religion ersetzen zu wollen. Und der Laie darf nicht allzuschnell auf die „gesicherten Ergebnisse der Wissenschaft und die Übereinstimmung der Forscher" vertrauen. Die wirklich großen Forscher sprechen darüber viel bescheidener. Sie wissen, daß wir nur sehr wenig wirklich wissen und die Übereinstimmung der Forscher nie lange anzuhalten pflegt. Aber auch insofern der biblischen Schöpfungsgeschichte ein bestimmtes Weltbild zugrunde liegt, bedarf sie keiner Verteidigung oder Entschuldigung. Gemäß ihrer praktischen Absicht geht sie von dem aus, was praktisch ewig wahr und unumstößlich ist: von dem Tatbestand des Augenscheines und den natürlichen Beziehungen, in die sich der Mensch zu den Dingen gestellt sieht Dun teilt sich die Zeit in Tag und Nacht, der Raum in Himmel und Erde, Luft, Land und Meer, die Organismen in Pflanzen und Tiere, die Pflanzen in Gräser und Bäume, die Tiere in Fische, Vögel und Landtiere, für ihn ist die Erde samt allem, was auf ihr ist, dazu da, daß er sie beherrsche, die Gestirne, daß sie ihm leuchten, was auch immer die Wissenschaft sage. Und das ist keine naive Überhebung, sondern auch nach den Gesetzen unserer Veraunf terkennt- 39

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