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Der Morgen · 1925-04-01 · Heft 1 (April 1925) · p. 38

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Journal
Der Morgen
Volume
1 (1925-1926)
Issue
Heft 1 (April 1925)
Article
Einführungen in das Erste Buch Mose
Date
1925-04-01
Page
38 (sequence 4)
Language
German
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B. Jakob Absichten und Zwecken, nicht nach Warum, Weil und So daß, sondern nach Auf-daß und Damit Und darum sind sie unumstößlicher als alle Wissenschaft Sie wenden sich nicht an den Kopf und Verstand, sondern an das Herz und den Willen. Ein Gesetz kann vom Willen abgelehnt, aber es kann nicht „widerlegt" werden wie Behauptungen einer zeitbedingten Wissenschaft Eine Schöpfungsgeschichte wird ein um so rascheres Ende nehmen, je wissenschaftlicher sie ist, und nie eine Lehre für jedermann werden. Einer der Gründe für die Unvergänglichkeit der biblischen liegt gerade darin, daß sie mit Naturwissenschaft nichts zu tun hat, und bewußtermaßen nichts zu tun haben will. Wie stünde es jetzt um die biblische Schöpfungsgeschichte* wenn sie sich zum Beispiel auf die ptolemäische Weltansicht (wonach die Erde stillsteht) oder auf die Theorie von den Sphären, von den vier Elementen und dergleichen festgelegt hätte, obgleich sie dann immerhin mehrere Jahrtausende wegen ihrer Übereinstimmung mit der „Wissenschaft" hätte gepriesen werden können und selbst ein voller Einklang mit der kopernikanischen oder Kant-Laplaceschen, auf die oben Bezug genommen worden ist, oder noch moderneren würde sie nicht vor Veraltung schützen. Das Los der Wissenschaft ist, überholt zu werden, weil die Beobachtungen und Erfahrungen, auf die sie ihre Schlüsse gründet, nie erschöpfend sind, die Religion will ewig gültige Antworten geben. Sie kann es und sie allein kann es, weil ihre Objekte und ihre Organe, Gott und die Menschenseele, und die Beziehungen, die sie herstellt, von allem Fortschritt wissenschaftlicher Erkenntnis unabhängig sind. Die Welt und ihre Ordnung sind nur ein Stoff und ein Feld für die Betätigung. Es ist also nicht richtig, wenn man die biblische Schöpfungsgeschichte damit erledigen zu können meint daß man sagt: sie sei eben die Ansicht von der Entstehung der Welt nach dem damaligen — aber heutzutage natürlich überwundenen — Stande der Wissenschaft In der Tat: auch das Zeitalter Moses hatte bereits eine ausgebildete „Wissenschaft" von der Entstehung und Einrichtung der Welt Wie gänzlich aber die Thora von ihr absieht, ist besonders beim vierten Tagewerk deutlich. Obgleich es damals unzweifelhaft schien, daß sich die Sonne um die Erde dreht, und die Bewegungen der Gestirne Gegenstand eifrigsten Studiums waren, spricht die biblische Schöpfungsgeschichte hiervon mit keinem Wort, und die Planeten, deren angeblicher Einfluß auf die Erde und die Geschicke der Menschen eine besondere Wissenschaft war, tauchen samt und sonders in dem Einen Worte „und die Sterne" unter. Dies kann nicht anders denn Absicht sein. Nicht 3$

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