Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 1 (1925-1926)
- Issue
- Heft 1 (April 1925)
- Article
- Einführungen in das Erste Buch Mose
- Date
- 1925-04-01
- Page
- 36 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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B. Jakob wichtigen Punkten den sicheren Ergebnissen der Naturwissenschaft, könne also nicht wahr und für den modernen auf dem Boden der Wissenschaft stehenden Menschen nicht maßgebend sein. Die Hauptpunkte sind folgende: Die Thora erzählt, daß die Welt in sechs Tagen erschaffen worden sei Die Wissenschaft lehrt als das Wahrscheinlichste: unser ganzes Sonnensystem bestand ursprünglich aus einem einzigen Gasnebel, von dem sich zuerst die Sonne als ein sich um sich selbst drehender und dabei sich erhitzender Nebelball ablöste. Von ihr rissen sich von Zeit zu Zeit kleinere Teile los, die sich zu Dampfkugeln ballten und sich um sich selbst und zugleich um die Sonne drehten. So entstanden die Planeten. Auch von einzelnen Planeten rissen sich Teile los und umkreisten sie als Monde. Durch allmähliche Abkühlung wurden diese Dampfballe zu glühend flüssigen Feuerkugeln, bis sie wenigstens an der Oberflache erkalteten und erstarrten. Diese Entwicklung, die noch immer fortdauert, muß unfaßbar lange Zeiträume, Millionen und Milliarden von Jahren in Anspruch genommen haben. — Die Bibel erzählt, daß Gott am dritten Tage die Pflanzen erschaffen und erst am vierten Tage Sonne, Mond und Sterne an den Himmel gesetzt habe. Die Wissenschaft lehrt, daß ohne Sonnenwärme kein Pflanzenwuchs denkbar sei. — Die Bibel erzählt, daß nach der Bildung des Firmamentes und der Scheidung von Land und Meer erst die Pflanzen, am fünften Tage die Fische und Vögel, am sechsten die Landtiere und der Mensch erschaffen seien. Die Wissenschaft der Geologie lehrt: auch die Erde war ursprünglich ein glühender Gas- und Feuerball, der allmählich erstarrte, es bildeten sich festes Land, Ozean und Atmosphäre; durch die allmähliche Erkaltung, Zusammenziehung, Verwitterung, Anschwemmung, Ausbrüche aus dem glühenden Innern, durch die Kraft des Wassers und des Feuers entstanden die Gebirge und Gesteinsarten. Aber noch war keinerlei Leben auf der Erde. Wie seine Formen aufeinanderfolgten, lehrt die Wissenschaft der Paläontologie, d. i. die Lehre von den frühesten Lebewesen, wie sie in den verschiedenen Schichten der Erde als Versteinerungen erhalten sind. Sie stellt eine Reihe von „Perioden" und „Formationen" auf, und schon in den ältesten Lebensperioden, die der Steinkohlenzeit vorangingen, zeigen sich anscheinend zwar viele Arten von Tieren aber keine Pflanzen. Wir erfahren ferner, daß in den früheren Erdepochen viele andere Arten von Tieren und Pflanzen als in der Gegenwart gelebt haben. In den letzten Perioden, dem „Tertiär" der „Eiszeit" und dem „Diluvium" haben sich die jetzigen Verhältnisse gebildet und tritt zuerst der 36