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Der Morgen · 1925-04-01 · Heft 1 (April 1925) · p. 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
1 (1925-1926)
Issue
Heft 1 (April 1925)
Article
Ist das Rassenbewußtsein ein Faktor der Geschichte?
Date
1925-04-01
Page
28 (sequence 11)
Language
German
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Viscount Bryce Bauern der reichen Landstriche des Tieflands das breite Schottisch, und nannten die Römisch-Katholischen, die in die Täler von Atrim und in die Mourne Berge in Down getrieben worden waren, „thae Eerish" (die Irländer). Was die Insel im allgemeinen betrifft, so scheint das Gefühl einer gesonderten irischen Nationalität aus dem Zeitalter der Königin Elisabeth zu stammen, als erst um das Land und dann um die Religion gestritten wurde. Und sogar in den Tagen der „Vereinigten Irländer" und des Aufstandes von 1798 war das Nationalgefühl nicht ausgesprochen rassenhaft Die Führer der irischen nationalen Partei waren Männer englischen oder schottischen Ursprungs, wie Wolfe Tone und Thomas Russell (beide Protestanten) und ihre presbyterianischen Verbündeten in Belfast, wie Orr und McCracken. Die ersten Irländer, die von keltischen Überlieferungen durchdrungen waren, oder die irische Sprache und die Taten irischer Helden zur Volksaufwiegelung benutzten, scheinen in der Literatur Thomas Moore und in der Politik Daniel O'Connell gewesen zu sein. Diejenigen, die von „zwei Nationen in Irland" reden, meinen gewöhnlich, die eine bestünde aus den gaelischen Ureinwohnern, die andre aus englischen und schottischen Immigranten. Ob der Ausdruck passend und berechtigt ist, ist eine Frage die ich weit entfernt bin, untersuchen zu wollen, aber keine dieser Nationen würde ausschließlich aus keltischem oder germanischem Blut bestehen.-- Wenn wir nun die Erscheinungen der Rassenbeziehungen in denjenigen Teilen der westlichen Halbkugel untersuchen, die stark bevölkert waren, als die spanischen Eroberer dort landeten, so werden wir "finden, daß daselbst ganz ähnliche Vorgänge zu beobachten sind wie in der alten Welt Die Tatsache, daß Mischehen von Anfang an geschlossen wurden, deutet darauf, daß die amerikanischen Ureinwohner bei den Eindringlingen kein allgemeines Gefühl des Widerwillens erregten. Diese Mischehen fanden in solchem Maße statt — mit alleiniger Ausnahme von Argentinien und Uruguay — daß die Bevölkerung heute entweder aus eingeborenen Indianern oder aus Mischlingen besteht Es mögen in Mexiko einige hunderttausend Spanier wohnen und fast ebenso viele in Chile und auf Cuba (die Mischung auf dieser Insel fand mit Negern, nicht mit Indianern statt), aber in den anderen Republiken ist die Zahl der Spanier viel kleiner. Es besteht zwischen den Mestizen (Menschen gemischten Blutes) und den reinblütigen Europäern keine soziale Trennung, viel weniger Feindschaft Leute gemischten Blutes werden zu den Weißen 2$

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