Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 64 (1920)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Etliche Streiflichter auf Friedrich Delitzschs "Große Täuschung"
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 278 (sequence 6)
- Language
- German
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278 Etliche Streiflichter auf Friedrich Delitzschs ״Große Täuschung*. Mädchens als Unglück angesehen wurde, dafür fehlt jeder positive Beweis und verbietet sich, durch Stellen wie Deut. 7,13: ״Zum Lohne, daß ihr gehorchet diesen Vorschriften und sie beobachtet und tut, wird Jhvh dein Gott dir bewahren den Bund und die Gnade, die er geschworen deinen Vätern, und er wird dich lieben und dich segnen und dich mehren und deine Leibesfrucht segnen/' Was פת שבע als Mädchenname betrifft, so findet derselbe möglicherweise seine Erklärung in dem Pflanzen״ termimis, den wir in der Tosefta Schebiith Anf. lesen. Es heißt dort, ein ״junger Baum“ ist ein Weinstock, wenn er 5 jährig, ein Feigenbaum, wenn er 6 jährig, ein Ölbaum, wenn er eine Bath Scheba oder siebenjährig ist. Daß ״siebenjähriger Ölbaum“, d. h. Ölbaum in vollster Jugend־■ Schönheit, ein passender Mädchenname wäre (vgl. Thamar, die Palme), ist nicht zu leugnen und jedenfalls annehmbarer als das Fündlein des krankhaft nach babylonischen Sächlein suchenden Hm. Delitzsch. Kosmogonie. ״Die biblische Darstellung des Welt- Schöpfungshergangs ist den Babyloniern entlehnt“ (S. 95). Die kolossalen Verschiedenheiten zwischen der biblischen und babylonischen Kosmogonie, welche Hr. Delitzsch ganz unberücksichtigt läßt, sind seiner Hypothese nicht förderlich, daß die Quelle für den biblischen Schöpfungsbericht der babylonische ist. ״Die wenigen Ähnlichkeiten erklären sich durch Annahme einer gemeinsamen älteren Überlieferung“ (Strack, Die Genesis2 7 [München 1905]). ״Wenn Entlehnung stattgefunden hätte, müßte sie über die ganze Urgeschichte oder doch deren Hauptpunkte sich erstrecken. Aber zu Paradies und Sündenfall, Kain und Abel, Noahs Trunkenheit, dem Eroberer und Städtegründer Nimrod, der Sprachenverwirrung hat man in den Keilinschriften keine wirklichen Parallelen gefunden“ (Strack, a. a. O.). Da Hr, Delitzsch den mythologischen Charakter der babylonischen Kosmogonie ohne weiteres