Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 64 (1920)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Etliche Streiflichter auf Friedrich Delitzschs "Große Täuschung"
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 277 (sequence 5)
- Language
- German
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Etliche Streiflichter auf Friedrich Delitzschs ״Große Täuschung*. 277 einem assyrischen Vokabular erklärt mit ״um mich libbi" ״Tag der Beruhigung des Herzens“' (nämlich des Herzens der Götter). Es hat also aller Wahrscheinlichkeit nach bei den Babyloniern nur einen ״schabattu" im Monat ge־, geben, nämlich am 15., und dieser war kein Freudentag, sondern ein Sühn- oder Bußtag. Es gehört etwas dazu, den israelitischen, Sabbat für eine von den Babyloniern überkommene Institution auszugeben. Der bab. Unglücksgott Schibu steckt nach Hm. Delitzsch (S. 100) nicht nur im hebräischen Zeitwort ,,schwören" (eigentlich sich ״dem Gott Scheba, sozusagen dem Teufel verschreiben"), sondern auch in den 3 weiblichen Namen Elischeba, Jehoscheba, Bathscheba. Hr. Delitzsch meint, es habe bei den Hebräern die Geburt eines Mädchens ״als kein reines Glück, viel eher als ein Unglück gegolten". Es dürfte Hm. Delitzsch schwer fallen, aus der alttest amentlichen Literatur, welche weibliche Namen wie Chawwah (,,Leben" Fortpflanzerin des Lebens), Thamar (״Palme", Bild imponierender Frauenschönheit),. Deborah (Biene), Sarah (Fürstin) und andere das Weib auszeichnende Namen aufweist und welche das Hohelied und das Frauenlob in den Sprüchen Salomonis enthält, den Beweis zu liefern, daß die Geburt eines Mädchens ״eher als ein Unglück gegolten habe". Daß aber Jhvh, der den Juden heiligste Gottesname, mit dem heidnischen Scheba sollte zusammengestellt worden sein (Jehoscheba), ist eine Idee des Hm. Delitzsch, so ungereimt, daß darüber kein weiteres Wort zu verlieren ist. Es ist bekanntlich im Alten Testament von ״Unglück" viel die Rede, und es wäre, wenn der babylonische Unglücksgott Scheba den Kindern Israel eine geläufige Figur gewesen wäre, reichlich Gelegenheit gewesen, ihn zu zitieren. Es ist aber nirgends von ihm die Rede, wohl aber von Jhvh, als dem Urheber des Unglücks (״ist auch ein Unglück in der •Stadt, das Jhvh nicht tue?" Arnos 3, 6), Daß-•׳die Geburt eines