Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 64 (1920)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Marcus Brann
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 247 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Marcus Brann. 247 arbeitet gesprochen, auch nicht seine unablässige Mühewaltung für die jüdische Lehrerschaft oder für die Vereine für jüdische Geschichte und Literatur geschildert werden; selbst über seine Verdienste um die Entwicklung unserer Ge- Seilschaft müssen wir hinweggehen. Hier soll nur die wissen- Schaft liehe Arbeit hervorgehoben werden, die Brann für andere getan. Erst, wenn einmal sein Briefwechsel gesammelt und gedruckt vorliegt, wird sie in ihrem großartigen Umfang erkannt und gewürdigt werden können. Alle nahmen ihn mit ihren Fragen in Anspruch, denn sie kannten seine Hilfsbereitschaft, seine Selbstlosigkeit und seine Geduld, sie wußten, daß sie seine Gelehrsamkeit nicht vergeblich anriefen. Besonders David Kaufmann, mit dem ihn ein Menschenalter zärtlichste Freundschaft verband, hat ständig in. Gedankenaustausch mit ihm gestanden. Von anderen Gebieten ausgegangen, hat er sich an den in geschichtlichen Forschungen heimischen Freund gern angelehnt; der getreue Eckart hat seinen Quälgeist, wie Kaufmann sich oft unterschrieb, nie enttäuscht. Dem Andenken des früh Vollendeten hat Brann die Arbeit eines Jahrzehnts gewidmet. Neben dem im Verein mit F.|Rosenthal geleiteten umfangreichen Gedenkbuch hat er die ,,Gesammelten Schriften“ des Freundes herausgegeben, deren drei Bände ebenso, wie sie für Kaufmanns Gelehrsamkeit und Kunstsinn zeugen, ein Denkmal für Branns treue, aufopfernde Freundschaft bilden. Mit Kaufmann vereint, hat er 1893 diese Monatsschrift wieder ins Leben gerufen. Es trieb ihn, das Erbe verehrter י Lehrer fortzusetzen, um das Banner des jüdisch-theologischen Seminars die Gelehrten zu scharen. Die Schwierigkeiten, welche Graetz einige Jahre vorher zur Einstellung der Zeitschrift bewogen hatten, die Hindernisse, welche gerade damals A. Berliner zur Aufgabe seines ״Magazin“ bestimmten, schreckten die beiden Freunde nicht. Mit frischem Mut gingen sie ans Werk; ihre Bemühungen,