Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 64 (1920)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Marcus Brann
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 248 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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248 .Marcus Brann. •der jüdischen Wissenschaft wenigstens eine Zeitschrift in deutscher Sprache zu erhalten, waren vom Erfolg begünstigf; es gelang ihnen, Gelehrte verschiedenster Riehtungen und wissenschaftlicher Interessen zur Mitarbeit heranzuziehen und der Zeitschrift hohes Ansehen zu verschaffen. Es ist be kannt, daß auch bei Kaufmanns Lebzeiten die Arbeitslast fast ganz auf Branns Schultern ruhte und daß er unter großen Opfern alles daran setzte, ihr Erscheinen zu sichern. Seit 1904 stellte er sie der ״Gesellschaft“ als ihr. Organ zur Verfügung. Damit waren die materiellen Schwierigkeiten beseitigt, während die sachlichen sich steh gerten. Denn nun hatte der Herausgeber nicht mehr freie Hand, er mußte den Bedürfnissen der Gesellschaft Rechnung tragen. Schon allen Anforderungen der Fachgelehrten zu genügen, war nicht immer leicht; nun aber stellte eine tausendköpfige Mitgliederschar von ungleichartiger Vorbildung und Neigung ihre Ansprüche — der Herausgeber sollte ihnen gerecht werden und dabei vor seinem wissenschaftlichen Gewissen bestehen können. Brann hielt sich an Goethes Rezept ,,wer Vieles bringt, wird manchem etwas bringen“ und erzielte damit im allgemeinen guten Erfolg. Als aber der Krieg kam, als die Sorgen sich häuften, als die Teuerung ständig zimahm und die Monatsschrift wie alle wissenschaftlichen Zeitschriften die Zahl und den Umfang ihrer Hefte einschränken mußte, da türmten die Schwierigkeiten sich derart, daß selbst sein starker Wille sie nicht mehr bewältigen konnte. Die Monatsschrift bleibt M. Brann zu unauslöschlichem Danke verpflichtet. Ein halbes Jahrhundert ist er mit ihr verbunden gewesen, fast ein Menschenalter hat er sie geleitet und ihr sein Bestes gegeben. Für die Monatsschrift bedeutet sein Tod einen unwiederbringlichen Verlust; ihr ist ein Leiter genommen,, dem die Zeitschrift eine Idee verkörperte, dem die Tradition, ihres Begründers ans Herz gewachsen, dem für ihre Erhaltung kein Opfer zu groß war.