Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 64 (1920)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Marcus Brann
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 246 (sequence 6)
- Language
- German
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,246 Marcus Branu, Zusammenfügung zu einer Einheit» die aus der allgemeinen Geschichte herauswächst, der Blick auf das Ganze und die Treue im Einzelnen verleihen dem Werke einen über die Bedeutung der Provinzialgeschichte weit hinausgehenden Wert. Leider war dem Verfasser die Vollendung nicht gegönnt, aber Vorarbeiten für den Abschluß sind sicherlich vorhanden. Als Bausteine betrachtete er auch die zahl־־ reichen kleinen Abhandlungen zur Lokal- und Gelehrtengeschichte sowie zur Bibliographie. ״Für den Historiker gibt es nichts Unwesentliches, nichts ohne Bedeutung“, diesen Grundsatz hörte man ihn häufig aussprechen, jedes Sandkorn konnte einmal für einen größeren Bau Bedeutung gewinnen. Brann war sich dessen bewußt, daß die Kleinarbeit durch ihre Verwertung in größerem Zusammenhang ihre Rechtfertigung finden mußte, ihm selbst schwebten die Zusammenhänge vor in Plänen für künftige Arbeiten. Nur eine solche weit ausgreif ende Aufgabe konnte er beginnen, in die Tat umzusetzen. Kurz nach Begründung unserer Gesellschaft gab er die Anregung, unter dem Titel ״Germania Judaica“ ein alphabetisches Verzeichnis aller Ortschäften des deutschen Reiches, an denen von den ältesten Zeiten bis zu den Wiener Verträgen jüdische Ansiedlungen bestanden haben, anzulegen und deren Geschichte auf Grund der Quellen wissenschaftlich darstellen zu lassen. Es ist ihm unter unsäglichen Schwierigkeiten gelungen, den ersten Band (von den ältesten Zeiten bis 1238) zum Abschluß zu führen, aber die geringen verfügbaren Mittel der Gesellschaft gestatteten ihr bei den stetig steigenden Druckkosten bisher nicht, mehr als einen Halbband herauszubringen. Mit dem, was gedruckt unter seinem Namen vorliegt, ist Branns Lebensarbeit bei weitem nicht erfaßt; man wird ihm nicht gerecht, wenn man nicht hinzunimmt, was er für andern geleistet. Es soll hier nicht von der Mitwirkung des wegen seiner. Klarheit, Unparteilichkeit und Arbeitsfreudigkeit in allen Organisationen gern gesehenen Mit-