Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 64 (1920)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Anteilnahme der physischen Welt an den Schicksalen der Menschen
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 228 (sequence 2)
- Language
- German
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228 Anteilnahme der physischen Welt an den Schicksalen des Menschen. Wasser, Feuer uiid .Luft, Tier und Pflanze und Gestein, alles dient ihm: zur Nahrung und Bekleidung, zum Schutz, zu Behaglichkeit und Vergnügen. Die Himmel und.ihr Heer, Sonne, Mond und Sterne fördern das Wachstum, spenden ihm Licht und bestimmen ihm die Zeiten. So steht das All, die gesamte Natur, mittelbar und unmittelbar in seinen Diensten. Aber die Krone .in ihrer ersten Bedeutung enthält eine Einschränkung der Krone in ihrem zweiten Sinne. Die Natur ist älter als der Mensch. Und wenn der Mensch, im Bewußtsein seiner bevorzugten Stellung, von der Fülle seiner Macht berauscht, sich überheben will, da wird ihm zugerufen: die Mücke ging dir in dei Schöpfung voran* 1 * * * S.). Darin ist das Verhältnis der Natur zum Menschen angedeutet. Die Natur ist nicht die Sklavin des Menschen. Der Sklave verrichtet seinen Dienst in stummem Gehorsam, literature IV 32). So auch Josef Bechor Schor z. St. vgl. auch Chiskuni. Eine Erklärung, die in der Fortsetzung des Bibeltextes eine starke Stütze hat, wie schon Ephraem Syrus hervorhebt: ״Worin wir aber Gottes Ebenbild seien, gibt Moses zu verstehen durch den Beisatz: ,,Auf daß er herrsche über die Fische des Meeres und die Vögel und die Tiere und über die Erde“. Durch die Macht und Herrschaft also, welche er über die Erde und alle Dinge auf dem Erdkreise erhalten hat, ist er ein Ebenbild Gottes, der über alles herrscht, was über und unter der Erde ist. Erklärungen der Genesis 1. Hauptstück [Sämtliche Werke der Kirchen-Väter ins Teutsche übersetzt, Kempten 1842, XXVII S. 116]. So auch andere Kirchenschrifts teile!־ der antiochensischen Schule: Ghrysostomus (Hom. VIII 3 und IX 2), Diodor von Tarsus und Severian von Gabala.. Vgl. J. Deconinck, Essai sur la chaine de l’Octateuque S. 96, nnd Zellinger, die Genesishomilien des Bischofs Severian von Gabala S. 94. Vgl. noch Delitzsch, Neuer Gommentar über die Genesis S. 64. ף Tosefta Synhed. VIII 8, Synhed. 38 a. Gen. r. VIII 1. Lev. r. XIV 1. Die Hervorhebung der Mücke scheint eine Anspielung auf die Titussage, vgl. w. unten Nr. 81, zu enthalten. Vgl. noch Alphabet R. Akiba Beth ha־Mid. III 60, ed. Wertheimer S. 74. [Eine andere Erklärung in Seder Bliah r. Kap. 1, S. 5 L]