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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1920-01-01 · Heft 3 · p. Seite 177

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
64 (1920)
Issue
Heft 3
Article
Etliche Streiflichter auf Friedrich Delitzschs "Große Täuschung"
Date
1920-01-01
Page
Seite 177 (sequence 15)
Language
German
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Etliche Streit lichter auf Friedrich Delitzschs ״Große Täuschung177 .״ bauen Jerichos als befestigter Stadt. Jhyh vselbst, nicht Israel war es gewesen, der die Mauern Jerichos umwarf, eben darum sollten sie von niemand wieder auf״ gebaut werden. Die Ausdrücke ״Grund legen״‘ und ״Tore setzen“ beweisen hinlänglich, daß unter ״bauen״״ Befestigungsarbeit zu verstehen ist, vgl. 1. Kön. 15, 17: ״Baesa baute (d. h. ließ befestigen) Rama.“ Die mauerlose Stadt hat alsb auch nach Jerichos Fall nicht aufgehört zu existieren, und dies ist auch die Meinung des Verfassers von 1. Kön. 16,34. Daß das dort erzählte Unglück eine Erfüllung von Josuas Fluch sei, ist für Hm. Delitzsch natürlich ein Unsinn. Vielleicht hat nach ihm das Unglück erst das Märchen vom Fluche Josuas geschaffen, welches dann ins Buch Josua eingesetzt wurde. Von Beweis ist keine Rede. Es muß den ״gebildeten Laien״״ genügen, daß Hr. Delitzsch das phantasiert hat. —י Eine wahrhaft ergötzliche Ent״ deckung hat Hr. Delitzsch auf S. 26 gemacht. Er meint, ״aus der Sage vom Falle Jerichos״״ (Einsturz der Mauern) sei doch wenigstens ״eine bedeutungsvolle Tatsache zu lernen, daß damals, als die Erzählung niedergeschrieben wurde (4 oder 5 Jahrhunderte später, meint Hr. Delitzsch S. 9), das strenge Sabbatgebot noch kaum bekannt gewesen sein konnte. Wie hätten sonst die Priester am 7. Tage die Lade Jahos um die Mauern von Jericho tragen können, da doch — für die Priester in erster Linie — geschrieben steht; Du sollst den Sabbattag heiligen?״‘ O si tacuisses! Am Sabbat darf trotz des Ruhegebotes geopfert, am Sabbat dürfen die Passahlämmer geschlachtet* am Sabbat darf die Beschneidung vollzogen werden. Und wenn Jhvh sich am Sabbat verherrlichen will durch eine besondere Manifestation seiner Macht, dann ״verdrängt״״, wie der talmudische Terminus heißt, das zu seiner Ehre von ihm vorgeschriebene Werk den Sabbat. Wir tun dem Buch des Hrn. Delitzsch kein Unrecht, wenn wir sagen, daß es überhaupt unbrauchbar ist, sogar Monatsschrift, 64. Jahrgang. 12

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