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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1920-01-01 · Heft 3 · p. Seite 175

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
64 (1920)
Issue
Heft 3
Article
Etliche Streiflichter auf Friedrich Delitzschs "Große Täuschung"
Date
1920-01-01
Page
Seite 175 (sequence 13)
Language
German
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Etliche Streiflichter auf Friedrich^ Delitzschs aGrotte Täuschung*• 476 Anspruch erhoben wurde, Recht an der Beute zu haben, selbst etwas an der Eroberung Jerichos getan zu haben. Im Vertrauen auf den eben gegen Jericho erlangten Sieg, den das Volk eben auch als sein Eig ent u m betrachtete, wird die geringe Zahl der Feinde in Aj gering geschätzt, also auf die eigene Macht, nicht auf Gott vertraut, nicht auf ihn allein sich verlassen. Das Volk erkannte so wenig wie Achan Gottes Weg und Willen in dieser großen Tat Jhvhs an Jericho. Vergl. Vilmar, Collegium biblicum Altes Testament II, 15 f. In der Folgezeit bewies das Volk Israel immer wieder seinen Ungehorsam gegen Gott, und dies allein war die Ursache, daß Gott nicht mehr half wie bei Jericho und der Widerstand der Kanaaniter von den Israeliten nur teilweise gebrochen werden konnte. י-ד■* Esist ungemein bezeichnend für Hm, Delitzsch, daß er in der Erzählung des Buches Josua erst mit dem Sieg der Kanaaniter bei Aj die ״rauhe Wirklichkeit“ der Geschichte beginnen läßt. (S. 26). Dies entspricht sowohl seiner Sympathie mit den Kanaanitern als seiner Antipathie gegen Israel und gegen jedes Wunder. Darum hat er auch nicht die geringste Notiz von Erklären! genommen, die, frei von Sympathie und Antipathie, die wahre Tendenz der bibl. Geschichtsschreiber und den Sinn ihrer Worte zu ihrem Recht kommen lassen. Das Prinzip, sine ira et studio zu schreiben, welches Hr. Delitzsch befolgt zu haben versichert (S. &), kann in Wirklichkeit nicht stärker verletzt werden als durch seine Schrift. Noch einige merkwürdige ״Schwierigkeiten“ glaubt Hr, Delitzsch im Bericht über Rahabs Verkehr mit den Kundschaftem, über den Jordanübergang der Kinder Israel, über den auf Jericho gelegten Fluch und über eine von Gott selbst befohlene Sabbat-Entheiligung finden ,zu können. Daß ״Rahab eine den israelitischen Kundschaftern - durchaus verständliche Sprache redete“, findet er;,be~ achtenswert“, das soll wohl; so viel sein als: unglaubwürdig.

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