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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1920-01-01 · Heft 3 · p. Seite 169

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
64 (1920)
Issue
Heft 3
Article
Etliche Streiflichter auf Friedrich Delitzschs "Große Täuschung"
Date
1920-01-01
Page
Seite 169 (sequence 7)
Language
German
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Etljche Streiflichter auf Friedrich Delitzschs »Große Täuschung169 .״ in diesem Kapitel das ״Noch nicht“ bestätigt, welches wir Gen. 15, 16 lesen: ״N och n i c h t ist voll die Missetat der Amoriter“ (Kanaaniter). Was die Hethiter in sittlicher Hinsicht sonst für Leute waren, erfahren wir auä diesem Kapitel überhaupt nicht. Hr. Delitzsch aber gestattet sich die kolossale Aufbauschung, daß er sagt: ״Wir erfahren über die vorisraelitische Bevölkerung Kanaans (nicht bloß der Hethiter in Hebron) nur Rühmliches.“ Die Denkenden unter den ״gebildeten Laien“, die sein Buch lesen, werden nicht umhin können, die Versicherung des Hm. Delitzsch von seiner ״strengsten, immer erneuten Prüfung“ in allerstärksten Zweifel zu ziehen. Ja, welchen Eindruck muß es auf sie machen, wenn Hr. Delitzsch sein ״nur Rühmliches“ ein paar Zeilen später widerruft, indem er die ״Sündhaftigkeit“ der Sodomiter (man beachte die gemäßigte Ausdrucksweise des Hm. Delitzsch, wenn es sich um Ruchlosigkeit und äußerste Verderbtheit von Kanaanitem handelt) doch nicht ganz unerwähnt lassen kann. Aber sofort verfällt er wieder in das Irreführen seiner Leser, wenn er den Sodomitern ihre Sodomiterei vom ״israelitischen Ankläger“, wie er den bibl. Erzähler nennt, bloß ״nachgesagt“ sein läßt, als ob letzterer etwas berichtete, was man dahingestellt sein lassen muß. Die Glaubwürdigkeit der hebr. Geschichtsschreiber tritt jedem objektiven Bibelleser besonders darin entgegen, daß sie in aller Offenheit von den Sünden des eigenen Volkes, von den Greueln und Schandtaten auch hervorragender Glieder des Volkes Israel berichten, daß sie nichts, gar nichts zudecken oder beschönigen. Und was für Dinge haben sie alles zu erzählen! Hr. Delitzsch schenkt auch diesen Erzählungen absolutes Vertrauen, da sie so sehr brauchbar sind für seine antiisraelitische Geschichtsdarstellung. Sobald aber diese glaubwürdigen Erzähler Bericht geben von Sünden und Greueln anderer Völker und ihrer Glieder, z. B. der Kanaaniter und Sodomiter, dann steht die Glaubwürdigkeit nicht mehr

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