Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 64 (1920)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Wesen und Bedeutung des Dagesch, insbesondere des Dagesch euphonicum
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 133 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2829132-2829897-2829900-2895124--43955-2895191- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Wesen und Bedeutung desDagesch, insbesondere desDagesch euphonicum. 133 tations System1) den Dageschpunkt hat. Dagegen spricht jedoch, daß in dem sogen, fragmentarischen System (s. Stade ZAW 1901 S. 273 ff.) דגש die Form des Spiritus asper, רפה die des sp. lenis hat, die wie im Griechischen über den Buchstaben stehen. In einer Berliner Handschrift (Ms. or. 680) mit babylonischer Vokaiisation hat Dagesch die Form eines Schlägels \ Daraus folgt, daß von einer allgemeinen An- Wendung eines Punktes als Dagesch nicht die Rede sein kann. Ich glaube daher, die Maßoreten haben dieses Dagesch mit Absicht und Vorbedacht gesetzt, um auf die Anomalie aufmerksam zu machen, und um zu verhüten, daß man das vorhergehende Schwa wie ein Schwa mobile öder Schwa compositum lese, welch letzteres ja in der Regel unter אהחע sich findet. Für die Maßora gilt eben jeder Consonant nach einem Schw׳a qüiescens als דגוש, nach Schwa mobile und compositum als ־ .רפה. Außer den schon besprochenen gibt es hoch einige Wörter mit einem Dagesch euphonicum, das man sich, nicht erklären konnte. Am auffallendsten ist das Wort מקלש, das nach der Überlieferung nur 2 M 15,7 ein Dagesch im לן, während es sonst überall ein Dagesch lene im ד hat. Doch m. E. hatten die Maßoreten guten Grund, hier von der Regel abzuweichen. Es verhält sich damit folgendermaßen. In einem Worte, so verlangt, es unser Sprechorgan, dürfen nur gleichartige Consonanten Zusammentreffen. Darum sagt man im Griechischen: bzrd und riß30[10<;J öxfib und fifäoo'z und bildet im Lateinischen scriptum von scribo, actum von ago. Im Deutschen schreiben wir habt, ist und sprechen ג) In diesem ist eigentlich in allen Buchstaben außer בגדכפת• der Dageschpunkt nach einem Vokal überflüssig, da die Schärfung desselben schon durch einen wagrechten Strich über dem Vokal angez-eigt ist, während dessen Kürze durch einen Strich unter dem Vokal erkennbar ist., z. B. JKi \h,4 חכה הנה, Im Codex Petropolit. 132, voraus Merx (Chrest. Targumica S. 46 f.) einige Targumverse zu 5. M. cap. 32 fehlt meistens der Verdoppelungspunkt z. B. V. 24, 25, 27 usw.