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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1920-01-01 · Heft 2 · p. Seite 116

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
64 (1920)
Issue
Heft 2
Article
Philons Lehre vom Heiligen Geist und der intuitiven Erkenntnis
Date
1920-01-01
Page
Seite 116 (sequence 16)
Language
German
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116 Phiions Lehre vorn Heiligen Geist und der intuitiven Erkenntnis. und der Dinge nach Platon. Und so oft er auch die platonisehen Wendungen vom ,,Vater und Baumeister des Alls“ zitiert, so gewiß sie ihm weit mehr als bloße Bilder bedeuten, — wie fern steht doch im Grunde sein Gottesbegriff und das auf ihm aufgebaute religiöse Empfinden demjenigen eines Saadja oder Bachja, die gleichfalls auf. hellenische Weltschöpfungslehren ihre Theologie zu gründen suchen! Bedenkt man, wie wenig Bedeutung für diesen wahrhaft frommen Mann das Bittgebet gehabt hat, so erkennt man: sein Sehnen nach Gott ist doch wohl weniger das des Kindes nach dem Vater, als das — pantheistisch begründete — Zurückstxeben der Seele nach ihrem Urquell. Es scheint mir daher doch übertrieben, wenn L. 66 meint, ״an Stelle des stoischen Monismus habe sich sieghaft der platonische Dualismus geschoben“. Aber freilich: das hat Phiions feines Sprachgefühl deutlich empfunden, daß der von Haus aus materialistische Charakter des stoischen Pantheismus den theologischen ‘Kunstausdrücken der Schule eine Nuance gab, die sie zum Ausdruck seines eigenen Empfindens unbrauchbar machten, daß insbesondere Pneuma trotz aller Vergeistigungsversuche ״die Gottheit von der materiellen Seite bezeichnet“ (L. 141). Und daraus zieht er die Konsequenz. Wohl hat er das Pneuma gelegentlich mit der Wissenschaft (axypoxoz emarfjfxyj■: L. 67) gleichgesetzt und auch von einem Ttveopa oo<p1as gesprochen: aber so nahe die Beziehungen zwischen aoepia und koyos bei ihm sind, den göttlichen Logos selbst oder gar die Gottheit hat er nie mit de m ■Pneuma.identi.fi ziert (während doch noch Poseidonios die Gottheit als Pneuma definierte!). Diese Feststellung Leisegangs (S. 31 f.) halte ich für überaus wichtig. Sie; bezeichnet den Punkt, an dem Philon nicht graduell, sondern grundsätzlich über seine Hauptquelle hinausgeht. Und sie gestattet es, jene ״Linie, die von Chrysipp über Poseidonios zu Philon führt“, von der wir an anderer Stelle sprachen, auf dem Felde der Metaphysik

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