Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 64 (1920)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Philons Lehre vom Heiligen Geist und der intuitiven Erkenntnis
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 113 (sequence 13)
- Language
- German
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- Cicero 1× ep/1024888
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Phiions Lehre vom Heiligen Geist und der intuitiven Erkenntnis. 113 auch, wenn Philon ,,.den Himmel zu einer der Körperwelt prinzipiell entgegengesetzten rein geistigen Größe erhebt“ (L. 57), so steht er hier wie sehr häufig unter dem Banne jener großartigen Enthüllung der Geheimnisse höchster Sphären, die unmittelbar auf Cicero und Vergil, mittelbar auf Dante so mächtig gewirkt >hat. Kurz, Leisegang hat vollkommen recht, wenn er Poseidonios' Einfluß auf Phiions Pneumalehre sehr hoch einschätzt und S. 112 damit rechnet, daß dieser Einfluß vielleicht noch weiter geht, als sich einstweilen erweisen ließ. Nichtsdestoweniger ist leicht zu erkennen, daß ,und. weshalb Philon eigene Wege gehen mußte. Schon Pöseidonios selbst trieb in gewissem Sinne über seihen eigenen Standpunkt hinaus. Er hat, wie bereits die. flüchtige Skizze seiner Theologie ergab (und genauere Darstellung noch eingehender, zeigen würde), die theistischen und pantheistisehen Elemente seines Systems, nicht restlos in Einklang zu setzen gewußt; inwieweit die Vergleiche Gottes mit einem Baumeister, Wagenlenker u. dergl. wirklich theistisch gemeint waren, darüber ist er sich vielleicht selbst nicht völlig klar geworden: darauf beruht ja seine Meinung, mit den geschichtlichen Religionen oder doch ihrem gemeinm. 144), der ,,vom Paeuiaa in vollem Schwalle durchströmt“ war, ans der Darstellung des Protreptikos stammt. Andererseits schimmert aus den Ausdrücken Giceros an den, wie ich beweisen kann, von Poseidonios abhängigen Stellen Rep. III Anf. (in quo tarnen inesset tamquam obrutus quidam divinus ignis i n g e n i i ac mentis) und Leg. I, 24 (generis humani, quod sparsum in terras atque satum divino auctum sit animorum munere; . . . an im um esse ingeneratum a deo) eine Bezeichnung wie vout; durch. Phiions — von L. •a. a. O. scharf getadeltes — Bestreben, Lehren des Poseidonios in den ersten Kapiteln der Bibel wiederzufinden, ist um so begreiflicher, da auch jener die Schöpfung des Menschen aus Erde gelehrt hat (Dion Prus. 12, 30); das Zusammentreffen mit der Genesis erscheint für Philon keiner Hervorhebung wert, bestärkte aber natürlich seine Ueberzeugung von der Identität der biblischen und der hellenistischen Anschauung. Monatsschrift, 64־ Jahrgang. 8