Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 64 (1920)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Philons Lehre vom Heiligen Geist und der intuitiven Erkenntnis
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 111 (sequence 11)
- Language
- German
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Phiions Lehre vom Heiligen Geist und der intuitiven Erkenntnis, lli . 3. Endlich drängt auf eine Umgestaltung des pantheistischen Gottesbegriffes der Stoa die Tendenz, den Gott der Philosophie nach Möglichkeit gleichzusetzen mit dem der geschichtlichen Religionen. Nicht im homerisehen Mythos, aber allerdings im ursprünglichen Glauben edler Naturvölker sieht unser Historiker wahre Religion; und wie er Moses und die Magier, Kelten und Geten zu Geistesverwandten und Schülern der Stoiker und Pythagöre er machte, so hat er es nicht verschmäht, seinem Gotte die persönlichen Züge einer geschichtlichen Gottheit zu geben, wenn er ihn etwa (zugleich anknüpfend an Chrysipp und Aristoteles) in der obersten, reinsten der Himmelszonen thronend dachte, durch seine Untergebenen das Weltgeschehen meisternd, wie der Großkönig durch seine Satrapen überallhin wirkt, ohne einem der Niederen zu erscheinen. An diese Umbildüngsversuche des Pneuma innerhalb der Stoa, die wir hier natürlich nur mit aller Knappheit, soweit es für unseren Zweck erforderlich schien, darstellen konnten, knüpft P h i 1 o n beständig an. Auch er hat die höheren Elemente, Luft und Feuer, derart verfeinert, daß sie ״kaum mehr als Körper aufzufassen“ sind (L. 31); aber ,,völlig befreit hat er sich von der Last des Hylozoismus niemals“ (L. 58)1); wenn er somit De plant. 17ff. das menschliehe Pneuma nicht nach dem Muster eines Gewordenen, also Körperlichen, sondern nach dem Vorbilde des göttliehen Logos geschaffen sein läßt, so glaube ich nicht mit L. 65 f., daß in diesen Worten eine bewußte Absage an eine stoische Lehre liegen soll, an der doch Philon an anderen Stellen selbst festhält. Und wenn er in den bereits belebt gedachten Menschen das Pneuma Gottes als Träger wahren ף Auch der wesentlich selbständigere Saadja bemüht sich vergebens, den Begriff der Seele völlig immateriell darzustellen: S. Horovitz, Bresl. Sem-Progr. 1897, 26 ff.