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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1920-01-01 · Heft 2 · p. Seite 109

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
64 (1920)
Issue
Heft 2
Article
Philons Lehre vom Heiligen Geist und der intuitiven Erkenntnis
Date
1920-01-01
Page
Seite 109 (sequence 9)
Language
German
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Phiions Lehre vom Heiligen Geist und der intuitiven Erkenntnis. 109 an Lehren des Diogenes von Apollonia und des Heraklit, aber auch an Volksvorstellungen anzuknüpfen wußte, 2. Daß das Pneuma als solcher vergeistigter Körper allen Wesen immaniert, lehrte auch Poseidonios. Es ist ihm der Träger alles desjenigen, was die־ Welt über den bloßen Atomenwirbel heraushebt: des Zusammenhalts in den Mineralien, der vegetativ-animalischen Kräfte in den Organismen, der Vernunft im Menschen5). Es durchwaltet alle Dinge; ,,nur diese mehr, jene minder**. So scheinen zwischen den Wesen nach ihrem Verhältnis zum Pneuma nur graduelle Unterschiede zu bestehen; und diese poetisch reizvolle Auffassung von der Einheit der Welt führt unseren Denker zu jenem merkwürdigen Versuch, den Tieren, ja, selbst Pflanzen und unbeseelten Substanzen eine Art Gotteserkenntnis zuzuschreiben, dessen Nachwirkungen im Islam und im mittelalterlichen Judentum wir ein anderes Mal streifen wollen. Trotzdem kann er nicht umhin, anzuerkennen, daß sich im Menschen ein völligneues Göttliches manitestiere. ,,Wenn die Tiere auch am Pneuma Anteil haben, so gut wie Steine und Pflanzen, so entbehren sie doch des Logos, den wir Menschen nur mit vden Göttern gemein haben**1 2); nur auf Grund dieses Gemeinbesitzes aber sollen sich die Menschen mit einander und mit den Göttern als ״Glieder einer großen Einheit**3) fühlen. So tritt denn hier der Logos als Träger der höheren menschlichen Geistesfunktionen unvermittelt neben das Pneuma. Und daß das Verhältnis zwischen beiden in Wahrheit ein recht unfreund־ liches ist, zeigt Poseidonios' Welt- und Lebensbild in seinen charakteristischen, den altstoischen Rahmen sprengenden 1l Vgl. L. 57, 3 und dazu Jaeger, Nemesios von Emesa, 103 ff. 2) Sext. Emp. Adv. niath. IX, 131 (aus Poseidonios’ Schrift Ueber die Götter). 3) Sen. Ep. 95, 52 (aus Poseidonios’ Protreptikos).

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