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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1920-01-01 · Heft 2 · p. Seite 107

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
64 (1920)
Issue
Heft 2
Article
Philons Lehre vom Heiligen Geist und der intuitiven Erkenntnis
Date
1920-01-01
Page
Seite 107 (sequence 7)
Language
German
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Phiions Lehre vom Heiligen Geist und der intuitiven Erkenntnis. 107 wird solcher Annahme kaum geneigt sein. Sucht man aber, wie wir es bereits S. 28 versucht haben, Philon mehr aus dem TTrerlebnis als aus einzelnen ,, Bildungserlebnissen' ‘ zu verstehen, so wird man anerkennen, daß sich in seiner Philo״ Sophie ein jüdisch-religiöser Einschlag im einzelnen fast nirgends, im ganzen sehr stark bemerkbar macht1). Dann aber wird man leicht erkennen, daß auch sein Verhältnis zu Poseidonios — in Anziehung wie Abstoßung — sehr wesentlich durch die Verwandtschaft und die Verschiedenheit des religiösen Empfindens beider Denker bestimmt war. Wie für die Erkenntnislehre, so läßt sich auch für die Metaphysik, für die Erörterung der Substanz der Gottheit, zeigen, daß beide Denker aus dem gemeinsamen Glauben;an den einen Gott, der sich in der Gesetzmäßigkeit der Natur und in der Sittlichkeit des Menschen offenbart, zu wesentlicher Umformung des altstoischen Materialismus kommen mußten, Philon also den Spuren des überlegenen Vorgängers eine WeiLe folgen durfte und mußte — um da, wo es h Damit ist unsere Stellungnahme zu Leisegangs Bernerkungen, S. 100, gegeben: ,,Nicht durch den Einfluß der Bibel und des Judentums ist, wie Siebeck meint, Philon zu dieser Spirituälisierung des Pneuma gekommen. Es ist nicht richtig, daß bei ihm das Pneuma ,durchaus wie das ATliche Ruach aufiritt‘. Noch viel weniger kann man sagen: ,Die Grundlage seiner Psychologie ist durchaus die jüdische‘. Phil011s Pneumalehre ist mit dem A. T. nur verbunden durch die äußerliche Tatsache, daß er seine Theorien an das bei den LXX auftretende Wort anknüpft, das noch nicht einmal immer dem Sinne des hebr. רוח entsprach. Phiions Theorien entstammen, soweit sie überhaupt philosophisch sind, ausschließlich platonisch-stoischen Philosophemen, die er im wesentlichen von Poseidonios übernahm.“ — Diese Anschauung ist, soweit sie die Materialien des phiionischen Systems betrifft, nicht nur zu billigen, sondern (s. 0.) aus der Betrachtung der beiden Quellengebiete Phiions zu bekräftigen. Und die Frage, wodurch Phiions £-/.\075ץ bestimmt wurde, durfte für L., seiner Problemstellung .gemäß, wohl zurüektreten.

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