Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 64 (1920)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Philons Lehre vom Heiligen Geist und der intuitiven Erkenntnis
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 104 (sequence 4)
- Language
- German
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104 Philöns Lehre vom Heiligen Geist und der intuitiven Erkenntnis. ürteilt, von jüdischem Ursprung des Pneumabegriffes in seiner Gleichsetzung mit öcqp nicht die Rede sein. Etwas anders steht es mit der Bedeutung von Pneuma als Träger der Erkenntnis. Hier bietet das hebräische רוח einen sehr verwandten Ausdruck; und inwieweit der altbiblische Geistbegriff auf den neutestamentlichen von Einfluß gewesen ist, lohnt allerdings eine eingehendere Untersuchung, die im Anschluß an Leisegangs spätere — hoffentlich recht bald erscheinende — Forschungen angestellt werden mag. Für die uns hier interessierende Frage, ob P h i 1 o n der biblische Begriff des רוח oder der stoische des Pneuma vorschwebt, genügt im wesentlichen das von Leisegang beigebrachte Material. Er zeigt, daß רוח den beiden griechischen Begriffen irvedpa und avBpoq entspricht und daß die LXX bei der Wiedergabe von רוח die feine Nuance zwischen den griechischen Ausdrücken mit großer Genauigkeit beachtet (S. 3 öff.)* 1), daß ferner Philöns Ge- Gott also nicht nur שכן ברום אורים (im Vorabendgebet für . den 1. Tag Schabuoth nach poln. Ritus), sondern sogar מקרה אורים heißen (Ofan für den 2. Tag Schabuoth). ף Schon jetzt möchte ich das wichtige Ergebnis S. 132 ff. hervorheben, daß bereits im klassischen Griechisch von einem ,,Einfahren“ des Pneuma gesprochen wird, die Inspiration durch das Pneuma also nicht erst auf das ,,Bibelgriechisch“ der LXX zurückzuführen ist. Allerdings: die Bezeichnung dieses Pneumas als ,,heilig“ weiß L. aus dem rein griechischen Sprachgebrauch nicht zu belegen; und da Weish. Sal. 7, 22 natürlich nicht mitzähltj wüßte auch ich kein sicheres Zeugnis; zur Diskussion stellen möchte ich immerhin, ob nicht Sen. Ep. 41, 2 sacer iritra nos spiritus sedet in seiner ,Vorlage, dem Protreptikos des Poseidonios (Gerhäußer Diss. Heidelb. 1912, 41; 48 nach Corssen) ccyiov 7cvsup.a gefunden haben könnte: bei seiner wörtlichen Art zu übersetzen muß damit gerechnet werden. Vielleicht wissen Mitforscher bessere Belege: zum Aufsuchen solcher anzuregen, ist der Zweck dieser Anmerkung, die absichtlich an der Frage vorübergeht, ob auf das stärkere Her vertreten des Attributs der Heiligkeit im Kreis der biblischen Religion nicht, mehr Wert zu legen ist, als es L. tut.