Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 64 (1920)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Philons Lehre vom Heiligen Geist und der intuitiven Erkenntnis
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 103 (sequence 3)
- Language
- German
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Phiions Lehre vom Heiligen Geist und der intuitiven Erkenntnis. 103 patetisch überarbeitet1): vollends eine offenbar stoisch gefärbte Stelle wie die unsere, von einer dcd ndvTcov dtyxouffa 0ÖG1CL redende, wird niemand auf eine andere Quelle zurückführen. So nötigt denn Leisegangs Material zu dem (von ihm selbst freilich nicht ausdrücklich gezogenen) Schluß, daß Philon auch hier mit seiner naturphilosophischen Hauptquelle übereinstimmt, die übrigens diesmal ganz wohl aus altstoischen Vorgängern geschöpft haben könnte. Das gleiche wie von der Einteilung gilt von jeder der beiden Bedeutungen. Beide stammen aus Griechenland, u. z., soweit sie charakteristisch sind, aus der mittleren Stoa. Ueber die Bedeutung des Pneuma als des dritten Elements2) fassen wir uns kurz. Der Begriff des Eiements ist natürlich nicht dem Hellenisten aus jüdischer Quelle zugekommcn, sondern umgekehrt aus griechischer Spekulation in den Midrasch gedrungen,-wo wir z. B. Bemidbar r. 14, 12 eine — an die stoische Lehre von der Diakosmesis erinnernde — Darlegung der vier טבעים finden. Als das dritte erscheint hier אויר, also natürlich das grie- •chische ärjp 3); das Hebräische und das biblische Aramäisch haben für unbewegte Luft überhaupt kein Wort und reden daher beide von ,,Vögeln des Himmels“, statt des Luftraums4). Auch bei Philon kann daher, wie Leisegang richtig x) L.s Bemerkung S. 42, die Unterscheidung der beiden Arten des Pneuma sei nicht erst durch die neue Lehre der Stoa notwendig geworden, sondern finde sich bereits (!) bei Ps.-Aristoteles, ist nicht recht verständlich. 2) Nicht für richtig halte ich es, wenn L. 27 f. das Pneuma zum Aether in ebenso nahe Beziehung setzt wie zur Luft. Die 28, 2 angeführte Stelle De plant. 24 beweist nur, daß auch im Aetherraum Pneumata walten, besagt aber nichts über deren Substanz. 3) Gegen den dilettantischen Versuch J.Levys (in seinen chaldäischen Wörterbüchern), אייו־ von אור abzuleiten, genügt der Hinweis auf Krauß, Lehnwörter II. 17 und Brockelmann, Lex. syr.unter ל||. 4) ־Umgekehrt kann in der Sprache mittelalterlicher Dichter >אורים für שמים stehen (was Ben Jehuda im Thesaurus nicht notiert).