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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1920-01-01 · Heft 2 · p. Seite 96

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
64 (1920)
Issue
Heft 2
Article
Die beiden Moses
Date
1920-01-01
Page
Seite 96 (sequence 16)
Language
German
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96 Die beiden Moses. einzelnen Gebote und Verbote, die Moses erließ. Sie haben allesamt einen bestimmten Grund und Zweck, auch ohne daß er jedesmal bekannt gegeben ist1). Jedes Gebot und Verbot, dessen Ursache du nicht kennst, ist nichts anderes denn ein Heilmittel für irgend eine Krankheit der damaligen Zeit, die uns Gott sei Dank nicht mehr bekannt ist2). Der Zweck der Gesetze ist eben immer dieser dreifache: Läuterung des Glaubens, Verbesserung der öffentlichen Angelegenheiten durch Wegräumung des Unrechts und Verbreitung guter Sitten3). Diesen Zwecken sind selbst die reinen Glaubenslehren in der Thora unterstellt; es werden nur diejenigen erwähnt und eingeschärft, die zu jenen Zwecken hinführen, nicht aber die übrigen Wahrheiten, welche den Gegenstand der metaphysischen Forschung nach den verschiedensten Seiten hin bilden und aus denen jene genannten eigentlich erst resultieren4). Die 613 Gebote selber lassen sich in zwei Klassen einteilen: in solche, welche sich auf das Verhältnis der Menschen zu Gott, und in solche, die sich auf das Verhältnis des Menschen zum Menschen beziehen5). Im einzelnen lassen sie sich in 14 Klassen einordnen. Trotz dieser Fülle bedeuten sie keine Last und kein Übermaß; es wäre ein Irrtum, solches zu glauben. Für den Lasterhaften wird es natürlich immer eine große Belästigung sein, sich vom Bösen fernzuhalten. Leichtigkeit und Schwere des Gesetzes in der Thora darf maii aber nicht nach dem Maßstab solcher .Menschen bemessen, sondern nach dem Vollkommensten unter den Menschen, den als Vorbild für alle hinzustellen Absicht der Thora war, weshalb sie denn auch allein den Namen der göttlichen Lehre trägt6). Dieser Vollkommenste x) Das. Kap. 26. 2) Das. Kap. 49. 3) Das. Kap. 28. 4) Das. 5) Das. Kap. 35. ף Das. II, Kap. 39.

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