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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1920-01-01 · Heft 2 · p. Seite 95

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
64 (1920)
Issue
Heft 2
Article
Die beiden Moses
Date
1920-01-01
Page
Seite 95 (sequence 15)
Language
German
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Die beiden Moses. 95 leicht ein Geschichts- oder Liederbuch durchliest1). Sie ist vielmehr die Wegweiserin der Vorwelt und der Nachwelt und einzig in ihrer Art2). Nie hat es vor Moses seit Adams Zeiten einen solchen Aufruf zur Gotteslehre gegeben und niemals mehr nach ihm. Es ist dies gleichfalls eine Grundlehre des Judentums, daß es nie eine andere Gotteslehre gab und geben wird als die Thora Mosis3). Zwei Hauptzwecke sind es, auf welche Moses in ihr ausgeht: die Liebe zu Gott und die Ehrfurcht vor ihm. Jene wird durch die Lehren erreicht, welche in der Thora von der wahren Erkenntnis des göttlichen Wesens handeln, diese durch die Handlungen, zu welchen die Gebote und Verbote der Thora hinführen4). Vom Standpunkt des Menschen aus gemessen, bedeuten die beiden Hauptzwecke: Beförderung seines seelischen und seines leiblichen Wohles, letzteres durch Hinwegschaffen aller Willkür der Einzelnen und Unter- Ordnung unter das Wohl der Gesamtheit5). Darum ist auch einer der Hauptzwecke der Thora die Verbreitung der Sittlichkeit, die Einschränkung aller sinnlichen Begierden auf die notwendigsten Bedürfnisse6). In den Zeiten vor der Thora herrschte allgemeine Zuchtlosigkeit, erst mit ihr beginnen die Einrichtungen der Sittlichkeit auf Erden, wie z. B. die der Eheschließung auf sittlich-religiöser Grundläge 7). Ein Hauptzweck, der von der Thora selber angegeben wird, ist die Ausrottung des Götzendienstes aus den Herzen und dem Andenken der Menschen 8). Nach allen diesen Hauptrichtungen hin bewegen sich auch die Absichten der ף M. N. I, Kap. 2. 2) Das. III, Kap. 27. ' 3) Das. II, Kap. 39 und neunter Grundsatz a. a. O. 4) M. N. III, Kap. 52. 5) Das. III, Kap. 27. 6) Das. Kap. 33. 7) Mischneh Thorah II, Anfang. 8) M. N. III, Kap. 29.

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