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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1920-01-01 · Heft 2 · p. Seite 93

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
64 (1920)
Issue
Heft 2
Article
Die beiden Moses
Date
1920-01-01
Page
Seite 93 (sequence 13)
Language
German
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Die beiden Moses. 93 irgend einer erfaßte1). So darf es denn Moses als Meister der philosophischen Weisheit mit jedem Philosophen aufnehmen, und wenn Aristoteles, das Haupt der Philosophen, seine Behauptungen so oft auf die Faseleien der Zabier stützt, warum sollen wir die unsrigen nicht lieber noch auf die Worte Abrahams und Moses und auf alles, was daraus gefolgert wird, stützen2)? War doch Moses nicht bloß in rein religiösen Dingen Meister! . Daß er z. B. aus göttlicher Eingebung auch die Gesetze des Mondlaufs gewußt habe, ist nach Maimonides eine wahre Überlieferung3). ׳ Moses ben Amram hat denn auch nicht die Thora nur als sein Werk hinterlassen. In viel weitgehenderem Sinne ist er wie der Vater der Prophetie und der Philosophie auch der Vater des Gesetzes. Denn er erhielt von Gott nicht bloß die 613 Gesetze der Thora selber, sondern auch die Erläuterungen dazu, und aus Moses Munde, vernahmen alsdann Aron, nach ihm dessen Söhne El'easar und Ithamar, nach diesen die siebzig Ältesten und zuletzt das ganze Volk jedesmal wieder die gesamte Fülle der Gesetze und der dazu• gehörigen Erläuterungen4). Vor seinem Tode wiederholte Moses vom 1. Schebat bis zum 7. Adar nochmals vor dem Volke sämtliche Einzelheiten der Gesetze und der dazu gehörigen Erläuterungen und schrieb zuletzt die Gesetze• in 13 Thorarollen auf Pergament nieder, von denen die Leviten und die 12 Stämme je eine erhielten. Das war sein letztes Werk, ehe er um den Mittag des 7. Adar zum Sterben die Höhe des Nebo beschritt. Die von ihm gegebenen Erläuterungen zur Thora aber pflanzten sich mündlieh fort und so ist Moses nicht bloß als der Vater des schrift- ף Das. I, Kap. 54. 2) Das. II, Kap. 23. 3) Zweite Einleitung zum Kommentar der Mischnah Rosch ha־Schanah. 4) Einleitung zum Mischnahkommentar von Seder Seraim und Einleitung zum Mischneh Thorah. ■

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