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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1920-01-01 · Heft 2 · p. Seite 86

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
64 (1920)
Issue
Heft 2
Article
Die beiden Moses
Date
1920-01-01
Page
Seite 86 (sequence 6)
Language
German
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86 Die beiden Moses. Gottesnamen am Dornbusch1). So Maimonides, und er beruft sich ausdrücklich darauf, daß weder die heilige Schrift noch die zuverlässige mündliche Überlieferung etwas von einer Prophetie in den Generationen vor Moses wissen2). Das ist sicherlich geschichtlich als richtig zu erachten, so sehr auch Maimonides so manches Bibelwort, das dieser Auffassung entgegensteht, kunstvoll umdeuten muß. Es ist aber in Wahrheit eine ganz andere Persönlichkeit, die mit Moses in der Geschichte Israels auftritt, unvergleichbar mit den vorangegangenen Patriarchen. Aber, wie Maimonides ausführt, auch unvergleichbar mit den nachfolgenden Propheten! Mit Moses beginnt die Prophetie und in ihm erreicht sie sofort ihren Höhepunkt. Keiner der späteren Propheten steht mehr auf der Stufe, die ein Moses einnimmt. Er ist in der Tat zugleich der Vater und der Meister der. Propheten3). Die auf ihn folgten, treten nur als Warner, als Prediger vor die Menschen und fordern sie auf, der Lehre M o s i s nachzufolgen, Strafe dem Ungehorsamen, Segen dem Folgsamen dafür verkündend4). Wer es gar wagen würde, als Prophet aufeutreten und gegen die Lehre Mosis sich zu wenden, der würde hieran sofort als falscher Prophet erkannt werden, selbst wenn er im Namen des wahren Gottes spräche — Maimonides denkt offenbar hier auch an Islam und Christentum —; ein echter Prophet ist nur derjenige, der die Menschen. mahrjLt, die Thora Moses ohne Mehrung und ohne Minderung zu beobachten5). Aber auch unter den echten Propheten ist keiner, der es mit Moses aufnehmen könnte, so daß eigentlich das Wort Prophet bei ihm einen anderen Sinn hat ף Das. I, Kap. 63. 2) Das. II, Kap. 39. 3) Lichtenberg, Kobez Teschuboth, Leipzig 1859, II, S. 1. 4) M. IST. II, Kap. 38. s) Ausführlich dargelegt in der Einleitung zum Mischnah- Kommentar von Seder Seraim.

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