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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1920-01-01 · Heft 2 · p. Seite 82

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
64 (1920)
Issue
Heft 2
Article
Die beiden Moses
Date
1920-01-01
Page
Seite 82 (sequence 2)
Language
German
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82 Die beiden Moses. unerforschlicher Rest neben aller Erdenschwere an ihm übrig bleibt. In der Geschichte des Judentums knüpft sichtlich alle Geistesentwicklung immer wieder an zwei große Personlichkeiten und deren Leistungen an: Moses ben Amram und M os es ben M a i m o n. Daß sie hoch über alle anderen Geister der jüdischen Geschichte hinausragen, hat im Sprichwort schon frühzeitig seinen Ausdruck gefunden: Von Moses bis Moses war keiner wie Moses. Wie die beiden innerlich zu einander standen, hat dagegen noch niemand bisher im Zusammenhang untersucht. Nicht etwa, weil der innere und äußere Abstand der beiden von einander solche Untersuchung verboten hätte. Die jüdischen Dichter des Mittelalters haben oft genug in poetischem Hymnus dem Wesen des einen die Züge des anderen geliehen und spielend die Lebensgeschichte des Führers durch die Wüste in die des Führers der Verirrten verflochten• oder das Gesetzbuch des ersten mit dem des zweiten zusammengestellt. Dieses ist ihnen nicht bloß dem Namen nach, sondern wirklich das zweite göttliche Gesetz, vom Herrn der Cherubim offenbart1), und selbst dessen philosophisches Werk ist ihnen wie eine Gotteslehre gegeben durch die Hand des Moses2), dem Manna gleich, das vom Himmel kam3), wie die Gotteswolke, die sich schützend über Israel breitete4). Auch dieses Moses Geistesstab tut Wunder, spaltet die Fluten, beruhigt die Verzweifelten5), er schafft ihnen Pfade mit seines Mundes Hauch, er schlägt auf den Felsen, daß lebendiges Geisteswasser hervorsprudelt, und heilt wie Moses Hände einst die von den Schlangen des Zweifels Gebissenen 1j Kobez al Jad I, Berlin 1885, S. 1 ff., Nr. 15 u. 16. 2) Das. Nr. 50 u. •69. 3) Das. Nr. 27 und II, Berlin 1886, Nr. 72. 4) Das. I, Nr. 27. 5) Das. Nr. '1, 29, 52.

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