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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1919-01-01 · Heft 3 · p. Seite 375

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
63 (1919)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1919-01-01
Page
Seite 375 (sequence 12)
Language
German
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Besprechungen. 375 den Sadduzäern zuschreibt, in Wirklichkeit von den Pharisäern stammen. Ein neues und unter diesem Gesichtspunkt noch selten behandeltes Werk zieht er in den Genizafragmenten heran, die Schechter unter dem Titel »Fragments of a Zadoktie Work« herausgegeben hat. Er hält sie für eine sadduzäische Schrift. Ob mit Recht, ist aber höchst zweifelhaft. Ginzberg hat auf Grund der eingehendsten Untersuchungen festgestellt »daß in unserer Schrift nicht eine einzige Halacha sich findet, die wir als zadduzäisch auszugeben berechtigt sind« (Monatsschrift 1913 S. 303). Angesichts des imponierenden Materials, mit dem er seine Auffassung begründet, wirken die fünf kleinen Notizen, mit denen Leszynsky im Anhang auf 2 J/2 Seiten seinen Standpunkt vertritt, nicht gewichtig und nicht überzeugend. Die Folgerungen, die Leszynsky auf dieser Schrift aufbauen will, schweben also in der Luft. Zuletzt untersucht er die Evangelien und findet hier, das Jesus in allen halachischen Fragen auf dem Standpunkt der Sadduzäer, gestanden nabe. Im Christentum sieht er den Beweis, daß »die sadduzäischen Lehren weit über die Grenzen der Partei hinaus wirksam waren.« S. 281. Er findet hier auch das hübsche Wort: »Trotz des Gegensatzes, in den Jesus zu den Schriftgelehrten trat, ein Schriftgelehrter war er ebenso, wie jene.« S. 301. Aber auch in dieser Frage sind die Lösungen unbestimmt, und die Entscheidung bleibt schwierig. In einer halachischen Frage ersten Ranges stand Jesus gewiß nicht auf sadduzäischem Boden. Einen Messias aus priesterlichem Stamm hat er nicht erwartet. Den Anstoß, den diese Frage gibt, können auch Leszynskys Ausführungen S. 297 nicht hinwegräumen. Mit Travers Herford möchte ich hier annehmen, daß der Stifter des Christentums dem Judentum gegenüber eine andere Stellung eingenommen hat. Er war daraus hervorgegangen und wurzelte noch darin, aber unter den Begriff eines Pharisäers oder Sadduzäers gehört'er nicht mehr. .Er stand jenseits dieser beiden Parteien. Leszynsky ist voller Geist und voller Ideen. Er schöpft aus vielen Quellen und geht mit einem imponierenden. Rüstzeug an die Probleme heran. Leider ist sein Buch aber nicht recht aus,* geführt. Im Vorwort sagt er selber, seine Studien seien nicht eine systematische Darstellung des Sadduzäertums, sondern, nur die Vorarbeit für eine solche. Und diesen Charakter der bloßen

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