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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1919-01-01 · Heft 3 · p. Seite 376

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
63 (1919)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1919-01-01
Page
Seite 376 (sequence 13)
Language
German
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V 876 Besprechungen. Vorarbeit zeigt sein Buch leider an aüzuvielen Stellen. Es ist wenig übersichtlich, die Auseinandersetzung mit den Gegnern fehlt öder ist zu wenig eingehend, die Darstellung oft zu abrupt. Kurz, das Werk ist trotzseiner großen Vorzüge noch nicht ganz teif, und statt einer solchen Vorarbeit hätte Leszynsky lieber etwas später ein völlig abgeschlossenes Buch veröffentlichen sollen. Mit Sicherheit hätte er sein Problem freilich auch dann kaum lösen können. Dazu sind die Quellen zu spärlich und in ihren Äußerungen zu unbestimmt. Über keinen Punkt ist Einstimmigkeit erzielt. Wo immer zwei Autoren dieselbe Frage behandeln, da widersprechen sie sich. Kurz vor Leszynsky hatte Lud wig Levy in seinem hervorragenden Werke über das Buch Koheleth gleichfalls die Entstehung des Sadduzäismus behandelt, aber in allen wichtigen Punkten wich er von Leszynsky ab. Für ihn sind die ^Sadduzäer religiös gleichgültige Epikuräer, für Leszynsky fromme Juden. Er leitet ihren Namen ab von Zadok, den! Sohne des Boetbos, Leszynsky aber von den Priestern aus dem Geschlechte der Zadokiten. Er sieht in den Pharisäern die *Abgesonderten*, Lesznsky aber die Schrifterklärer. Josephus wird von'Leszynsky völlig abgelehnt, weil er die jüdischen Parteien im Gewände griechischer Philosophenschulen auffasse, während Levy meint, ein wahrer Kern dürfte in Josephus Angaben enthalten sein. Leszynsky hält die Schechter’schen Genizafragmente für sadduzäisch, Levy für alles andere, als sadduzäisch. Dafür sieht Levy in Koheleth das früheste Dokument das Sadduzäismus, während Leszynsky, als sadduzäisch darin nur die Leugnung der Unsterblichkeit und die Forderung, die Gelübde nicht auüösen zu lassen, ansieht. Unter diesen Umständen müssen wir auf endgiltige Lösungen wohl verzichten und damit zufrieden sein, wenn die alten Probleme von Neuem besprochen und von neuen Gesichtspunkten aus betrachtet werden. So wird unser Einblick in die Mannigfaltigkeit des geschichtlichen Verlaufes vertieft und erweitert. Und deshalb möchten wir wünschen, daß Leszynsky seiner bedeutenden Vorarbeit bald die in Aussicht genommene systematische Darstellung des Sadduzäertums und seiner historischen Entwicklung folgen lasse. Düsseldorf. M. Eschelbacher.

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