Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 63 (1919)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 373 (sequence 10)
- Language
- German
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Besprechungen. 373 Audi mutet er den Tanaiten eine grenzenlose Unkenntnis, ihrer eigenen Geschichte zu. Jehuda Hannasie hätte darnach nichts gewußt von der revolutionären, grundstürzenden Neuerung, die Leszynsky dem Jose ben Joeser zuschreibt, und hätte die Mischna Chagiga II; 2 völlig mißverstanden.־ ־ , Doch auch positiv läßt sich zeigen, daß die Verknüpfung der mündlichen Lehre mit der schriftlichen uralt ist. Leszynsky behauptet zwar, eine Geschichte der jüdischen Tradition, die auf kritischer Grundlage die Anfänge der Entwicklung darstelle, sei noch nicht geschrieben. (S. 109). Das trifft jedoch nicht zu. Kröchmal hat im Moreh Nebuche Haseman in einem glänzenden Kapitel (S, 143 fr.) die Anfänge des Thorastudiums und der mündliehen Lehre in den frühesten Zeiten nachgewiesen, von denen uns kein literarisches Denkmal genauere Kunde gibt. An der Fülle der dort .nachgewiesenen Tatsachen, auf die hier nur im Allgemeinen hingewiesen sei, scheitert allein schon Leszymsky’s Theorie. Selbst das Wort פרש findet sich bereits im Pentateuch (Kröchmal S. 145), und zwar genau in der Bedeutung, in der es die »Pharisäer« später anwendeten. Ebenso betrachtet Bacher die Kunstsprache .unserer Bibelauslegung als »das einzig sichere Denkmal der gleichsam vorgeschichtlichen Zeit der Schriftauslegung.« (Terminologie I), S. VI) Diese war also schon in sehr alter Zeit zur Ausbildung einer eigenen Terminologie gelangt. Und einen weiteren Beleg für die Verbindung der mündlichen mit der schriftlichen Lehre lange vor der griechischen Zeit liefern die Vorstudien zur Septuaginta von Zacharias Frankel. Hier zeigt Frankel eingehend, wie sich in der Übersetzung der Septuaginta die Halacha bemerkbar macht. »Auch auf die Septuaginta mußte, das midraschische Element einwirken, das, wenn es auch spat erst zur schriftlichen Aufbewahrung gelangte, doch von der frühesten Epoche des zweiten Tempels seine Anfänge rechnet.ee S. 185. Die Septuaginta aber ist zwei Menschenalter vor Jose ben Joeser abgeschlossen. Also hat nicht erst die Hasmonäerzeit Tradition und Schrift miteinander 111־ Verbindung gebracht, Nachdem Leszynsky festgestellt hat, wie die Sadduzäer ent־, standen sind und was sie waren, . sucht er ein eingehendes Bild: von ihren Lehren zu geben. Er will sich nicht mit der.irreleiten־