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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1919-01-01 · Heft 3 · p. Seite 371

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
63 (1919)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1919-01-01
Page
Seite 371 (sequence 8)
Language
German
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Besprechungen. 371 also die, die die mündliche Lehre ablehnten, nicht, dagegen seien sie die׳ weltlichen, die Gottlosen, die reinen Politiker gewesen) aber äüch nicht die Philosophen, die Epikuräer, die Leugner der Unsterblichkeit, als die sie Josephus hinstellt.־ Der Sadduzäismus habe nun eine Rektion von unendlicher Wichtigkeit hervorgerufen, nämlich den Midrasch, die Ableitung der mündlichen Überlieferung aus der Thora. Im Kampfe gegen die Sadduzäer habe Jose ben Joeser diesen. Gedanken *erfaßt, den bis dahin noch Niemand geahnt, und der zunächst auch bei den Chasidim selber erbitterten Widerstand gefunden habe (S. 120). »Wenn wirklich Jose ben Joeser der erste war, der diesen Ge־ danken praktisch verwirklichte, so muß er ein Genie gewesen sein: Wenn man nämlich die väterlichen Gebräuche in die Bibel hineininterpretierte und aus ihr herauslas, wenn man die mündliehe Tradition auf das Schriftwort stützte, dann war den Gegnern ja der Boden" unter den Füßen weggezogen. , . . .« Und so seien im Kampfe mit den Sadduzäern, den Bene Zadok, ׳ die Ghasidim zu Männern geworden, die zur Bibel den »Perusch« lieferten, zu Pharisäern, das heißt zu Bibelerklärern. Denn das und nicht etwa die andere Bedeutung des Wortes □פרושי »Abgesonderte« sei ihre ursprüngliche Bezeichnung gewesen. Der Streit um die Begründung der Tradition habe sich dann auch in den folgenden Geschlechtern fortgesetzt. Aus ihm sei unter Anderem die Mischna erwachsen, die nicht das allgemeine jüdische Gesetzbuch sei, sondern das Gesetzbuch der Pharisäer. Und so kann denn Leszynsky schließen (S. 303): »Die größte und nachhaltigste Wirkung des Sadduzäismus lebt doch dort fort, wo man sie am wenigsten erwartet, unter den Nachkommen ihrer alten Gegner, der Pharisäer, in dem gesamten Judentum, Ohne Sadduzäer kein Thorastudium, keine Mischna, kein Talmud, kurz, kein Judentum. Das ist die welthistorische Bedeutung dieser lange verkannten Partei.« . Im Einzelnen versucht dann Leszynsky. den Nachweis, daß •in jedem׳ einzelnen Punkte die Haltung der Saduzäer, wie sie von den Quellen uns geschildert wird, aus ihrer Stellung zur Thora und zur Tradition sich erklärt, und daß ihnen ihr Tun und Lassen in politischen Fragen, namentlich den hasmonäischen Fürsten gegenüber, wie auch ihr Weg auf dem eigentlich religiösen Gebiete dadurch vorgeschrieben war. ■ ■ 24*

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