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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1919-01-01 · Heft 3 · p. Seite 370

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
63 (1919)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1919-01-01
Page
Seite 370 (sequence 7)
Language
German
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870 Besprechungen. alle ihre Glaubensanschauungen teile, ich fühle mich dennoch über die Jahrhunderte hinweg zu ihnen hingezogen, sind sie doch manches Jahr hindurch meine Gefährten und Freunde gewesen.« S. 269. Das ist das* Buch von Travers Herford.• Die Wissenschaft und das Herz ״haben hier zusammen eine bewunderungswürdige Leistung geschaffen. Dieses Werk bringt Licht in unsere Kenntnis von Jahrhunderteri, die halb im Dunkel lagen, und es tut gleichzeitig der Seele wohl. Es verdiente einen Platz in jedem jüdischen Hause, und wie der ehrwürdige Verfasser, so hat sich auch die ausgezeichnete Übersetzerin, Frau Rosalie Perles, Anspruch auf die aufrichtige Dankbarkeit des Judentums erworben. Mit ähnlichen Problemen beschäftigt sich das umfangreiche, fesselnde und tiefeindringende Buch von Leszynsky »Die Sadduzäer. In seinem Mittelpunkt steht eine eigentümliche Anschauung• von der Entwicklung der Tradition und der Schrifterklärung. Darnach seien bis tief in das [zweite vorchristliche Jahrhundert die schriftliche Lehre und die mündliehe Tradition in Israel selbständig und ohne Verbindung nebeneinander hergegangen. Insbesondere habe die Geltung der Tradition ausschließlich darauf beruht, daß sie bereits von den Vätern geübt worden sei. Niemand habe in der Zeit vor den makkabäischen Freiheitskämpfen die Sätze der mündlichen Lehre aus der schriftlichen abgeleitet. Da habe sich in der Zeit nach den Siegen der Makkabäer eine neue Stimmung gegenüber der Überlieferung durchgesetzt. Schon Mose befiehlt: »Ihr dürft nichts zu dem Gebote hinzufügen, das ich Euch gebiete.« In diesem Geiste habe sich jetzt eine neue Partei gegen die mündliche Lehre gewendet. »So wie alles Unglück der Hellenistenzeit daher rühre, daß man die Thora übertreten habe, folgerte man, ebenso gerät man auch jetzt in die Gefahr, den Willen Gottes zu übertreten, wenn man wiederum Gebräuche, von denen das göttliche Gesetz nichts weiß, in die Religion aufnimmh Einzig und allein im Gesetz hat Gott seinen Willen geoffenbart; was dort .nicht steht, ist gegen sein Gebot, und die Chasidäer, die ähnlich den Hellenisten nicht sinaitische Lehren verbreiten, sind Neuerer, Gesetzesübertreter.« S. 119. Dies sei der Standpunkt der zadokitisehen Priester gewesen, und nach ihnen seien ihre Anhänger als Sadduzäer bezeichnet worden. Die Sadduzäer seien

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