Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 63 (1919)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 367 (sequence 4)
- Language
- German
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Besprechungen. 867 einmal auf die Entstehung der Synagoge, dann aber auf das Anwachsen und die Entstehung des Buches der Psalmen. Die ersten Anfänge der Synagoge führt er auf das Exil zurück,' wo »die Gefangenen Babyloniens zuerst dadurch auf den Gedanken kamen, solche Versammlungsorte; einzurichten, daß sie auf unabsehbare Zeit von ihrem Lande, und ihrem Tempel abgeschnitten waren.« S. 65. Als eine unerhörte Neuerung erscheint ihm die Synagoge! »Soviel mir bekannt ist, hat es in der ganzen Geschichte niemals irgend eine Form von Gemeindegottesdienst gegeben, bis die Synagoge erstand.Von allen Einrichtungen, weiche Menschen je ersonnen haben, ist die Synagoge diejenige, die die längste zusammenhängende Geschichte hat. Und daß sie einem wirklichen und dauernden Bedürfnis entspricht, ist durch den Umstand erwiesen, daß die christliche Religion sowohl die Idee, als auch die Form herübernahm, als sie ihre eigenen gottesdienstlichen Ver- Sammlungen einrichtete, und sie hat sie seitdem immer beibehalten. S. 67. Herford hat es richtig erfaßt, daß das Judentum die Thora als ein unerschöpfliches Meer betrachtet, und damit hat er auch das Verständnis für die jüdische Schriftauslegung gefunden. -Er fühlt es aber auch, wie über der Arbeit des grübelnden Ver- Standes die Seele des Juden nicht verkümmert ist. Daß die Thora das Herz erquickt, wird er nicht müde zu preisen.. »Waren die großen Männer, die das riesige Gebäude der christlichen Lehrtheologie aufführten., Männer, deren Gemüt verkümmert war? Lasset Augustinus antworten für seine Brüder unter den Christen, und wenn seine Antwort etwas gilt, dann muß es als wahr gelten, daß Rabbi Akiba, ein Vollblutpharisäer, wie nur jemals einer lebte, und ein Meister der Halacha, auch etwas »von den Tiefen Gottes« gewußt haben und »im Lichte seines Antlitzes gewandelt sein« muß.« S. 74. Dieses liebevolle und zugleich treffende Bild kann Herford zeichnen, weil er »die Sache der Pharisäer von ihrem eigenen Standpunkt aus darstellt und nicht, wie so oft geschehen ist, als bloße Folie für die christliche Religion.« (Vorrede S. 2) Die allgemeine Meinung hat allerdings ein anderes Bild von ihnen, und dieses ist gewonnen aus dem Neuen Testament, namentlich aus den Äußerungen von Christus und Paulus. So beleuchten denn die beiden nächsten Kapitel die Fragen »Der