Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 63 (1919)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 366 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2829132-2829892-2829896-2894926--43789-2895100- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
866 . Besprechungen. . . , /; ־ ■ \ jüdischen Volke kreuzten.; Hier schildert er auch, wie Pharisäer und Sadduzäer entstanden. Die Chassidim der Mäkkabäefzeit sind für ihn Männer ausschließlich mit religiösen Interessen/während Matthitjahu. und seine Söhne ebenso wie für die: religiöse auch für die politische Freiheit kämpften. Ebenso unterscheidet er dann eine Generation nachher die Pharisäer, lind die Sadduzäer. In den Pharisäern sieht er die, die die Religion der Thora in ihrer ganzen Strenge aufrecht erhalten, in den Sadduzäern aber die. regierende Klasse. Er prüft die geistige Tätigkeit der beiden Richtungen: und folgt dabei. im Wesentlichen der Auffassung von Abraham Geiger. »Die Pharisäer betrachteten die Religion der Thora als ein lebendes Prinzip, während die Sadduzäer sich an den Buchstaben der Urschrift hielten und Neuerungen äblehnten.« S. 37. — Abermals zweihundert Jahre später zeigt er uns den Gang des Judentums nach der Tempelzerstorüng. »Wahrscheinlich hat die Religion der Thora, durch die endgültige Losfeissung vom Tempelkultus mehr gewonnen, als verloren. «S. 42. Kurz vernehmen wir noch von der allmählichen Ausbildung von Mischna und Talmud. Dieser knapj)e geschichtliche Überblick liefert die Grundlage, auf der Herford in einem zweiten Kapitel »die Theorie der Thora« entwickelt, jene Lehre von. der Thora, die nach seiner Anschauung Esra aufgestellt hat, Thora bedeutet nicht »Gesetz«, es bedeutet noch nicht einmal Lehre, sondern man kann, es richtig nur mit »Thora« wiedergeben, weil das Wort, eine Erscheinung bezeichnet, die ihres Gleichen nicht hat. S. 49. Und ׳Thora war das Judentum von jeher gewesen. Esra stand im innigsten Zusammenhang faxt׳ der ganzen Vergangenheit Israels, als er den Gehorsam gegenüber der Thora Mosis in den Mittelpunkt der jüdischen Religon stellte und ihre Forderungen im Leben des einzelnen Juden zu verwirkliehen suchte. »Man־ kann in Wahrheit behaupten, daß von den späteren Typen des Judentums — Hellenismus, Apokalyptik und Rabbinismus, der letztere und nur der letztere das Erbe der Propheten antrat und weiter überlieferte.« S. 55. Die Thora umspannte das [ganze Leben, aber sie brachte nicht, wie der moderne und ihr fernstehende Mensch glaubt, eine Knechtschaft herbei. Im Gegenteil 1 Unter dem Einfluß der Thora ist das geistige Leben Israels in der Zeit nach Esra gewachsen. Den Beweis dafür erbringt Travers Herford durch den Hinweis, auf zwei Tatsachen,